In Deutschland sind die Ausgaben des Staates für Sozialleistungen, gemessen als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP), in den zurückliegenden 15 Jahren leicht gesunken – anders als in den meisten Industrieländern, wo der Anteil teils deutlich gestiegen ist. Das zeigt die Infografik, die das Portal Statista für ZEIT ONLINE auf der Grundlage von Daten der OECD erstellt hat.

Demnach gab der deutsche Staat im vergangenen Jahr 25,8 Prozent des BIP für Sozialtransfers wie Sozialhilfe, Kindergeld oder Grundsicherung aus. Im Jahr 2000 lag die Quote noch bei 26,2 Prozent. Einen leichten Rückgang der Quote weist die Liste der OECD auch für Schweden aus, in Island und Israel blieb der für Sozialleistungen aufgewendete Anteil am BIP konstant.

Dagegen stieg er in Irland, Finnland, Spanien, Portugal, Belgien und Japan um jeweils mehr als sechs Prozentpunkte. Zum Vergleich: Im OECD-Durchschnitt stieg die Quote in der betrachteten Zeitspanne von 18,6 auf 21,6 Prozent.

Das heißt zugleich: Deutschland gibt von seiner Wirtschaftsleistung prozentual mehr aus als der OECD-Durchschnitt. Deutlich über diesem Durchschnitt liegen insbesondere Frankreich, Finnland, Belgien und Dänemark mit Anteilen von über 30 Prozent am BIP.

Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie, in der die OECD-Autoren unter anderem die hohen Sozialausgaben Frankreichs kritisieren. Zwar hülfen Sozialtransfers, Ungleichheiten zu verringern, doch seien diese Hilfen in Frankreich wenig zielgenau. Vor allem der Anteil der Renten sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, während andere Länder wie Deutschland und die Niederlande ihre Ausgaben erfolgreich gezügelt hätten.