Tai-Chi-Übungen im Finanz- und Handelsdistrikt von Shanghai © Tomohiro Ohsumi/Getty Images

Chinas Notenbank senkt zum dritten Mal innerhalb von sechs Monaten ihren Leitzins. Der Schlüsselzins werde auf 5,1 Prozent von zuvor 5,35 Prozent verringert, teilte die Zentralbank mit. Damit soll die Wirtschaft der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt angekurbelt werden. Jüngste Konjunkturdaten waren schwach ausgefallen, die Zuwachsraten gehen nach Jahren des Booms deutlich zurück. Viele Ökonomen hatten deshalb mit dem Schritt gerechnet und erwarten im Jahresverlauf eine weitere geldpolitische Lockerung.

Die an ein hohes Wirtschaftswachstum gewöhnte Volksrepublik musste sich im ersten Quartal mit einem Plus von vergleichsweise mageren sieben Prozent begnügen. Es war der geringste Zuwachs seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise vor rund sechs Jahren. Auch die vor wenigen Tagen veröffentlichten Export-Statistiken blieben hinter den Erwartungen zurück.

Zur Begründung der Leitzinssenkung hieß es, auf der chinesischen Wirtschaft laste ein relativ großer Druck, während die Teuerungsrate insgesamt niedrig sei. Der neue Satz gilt ab Montag. Die niedrigeren Zinsen sollen die Kreditkosten der Unternehmen senken und damit für Wachstum sorgen.

Volkswirte schätzen, dass der Effekt der Senkung gering sein wird. Zudem steckt die Notenbank nach Ansicht von Ökonomen in einem Dilemma: Auf der einen Seite will sie die Wirtschaft beleben. Zugleich muss sie die ausufernde Kreditvergabe zügeln.