In Deutschland hat sich die Zahl der Leiharbeiter seit 2004 mehr als verdoppelt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Im vergangenen Jahr waren es demnach bundesweit 779.000 Leiharbeiter, knapp 400.000 mehr als zehn Jahre zuvor.

Zwei Drittel der Leiharbeiter sind zwischen 25 und 50 Jahren alt. Seit 2004 nahm zudem insbesondere die Zahl der Leiharbeiter zwischen 50 und 65 Jahren zu. Sie stieg von knapp 37.800 auf 162.000. Ein Anstieg um 328 Prozent.

Durchschnittlich bekam ein Leiharbeiter Ende 2013 monatlich etwa 1.700 Euro brutto. Leiharbeiter würden damit nur 57 Prozent des mittleren Entgelts aller Beschäftigten verdienen, teilte die Linksfraktion mit. Fast zwei Drittel erhält damit ein Gehalt, das unter der Niedriglohnschwelle von 1.973 Euro liegt. 

Der stellvertretende Linksfraktionsvorsitzende, Klaus Ernst, forderte die Regierung auf, das "Zwei-Klassensystem am Arbeitsmarkt" zu beenden. "Wer über 50 Jahre alt ist und arbeitslos wird, dem droht das Absacken in eine Beschäftigung zweiter Klasse", sagte Ernst. Leiharbeit müsse vom ersten Tag gleich bezahlt werden.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD festgelegt, dass Leiharbeit auf maximal 18 Monate befristet werden solle. Nach neun Monaten soll der Lohn von Leiharbeitern dem der Stammbelegschaft angepasst werden.