Der UN-Klimafonds unterstützt Entwicklungsländer bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels. © Rupak De Chowdhuri/Reuters

Die Bundesregierung will ihre Finanzhilfe für die ärmsten Länder der Welt aufstocken, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. "Deutschland strebt an, seine internationale Klimafinanzierung bis 2020 zu verdoppeln", sagte Kanzlerin Angela Merkel. Der Bund werde seine Hilfe von zwei Milliarden Euro jährlich auf vier Milliarden steigern. Zusätzlich würden die Kredite der staatlichen KfW-Bank von 1,5 Milliarden Euro auf drei Milliarden Euro erhöht.

Auf dem Petersberger Klimadialog hatte Merkel zuvor Repräsentanten aus 35 Ländern getroffen. Gemeinsam mit dem französischen Präsidenten François Hollande bekräftigte sie ihren Willen, während der UN-Klimakonferenz im Dezember ein verbindliches Klimaschutzabkommen zu erreichen. Ziel sei es, den weltweiten Temperaturanstieg auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen – verglichen mit der vorindustriellen Zeit.

Beide Politiker bekannten sich zu der Übereinkunft von Kopenhagen, in der sich die Industrieländer verpflichteten, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Entwicklungsländer bereitzustellen. Mit dem Geld soll ihnen geholfen werden, ihre Emissionen zu mindern und sich besser an den Klimawandel anzupassen.

Hollande wird als französischer Staatschef Gastgeber der UN-Klimakonferenz sein, Merkel hat in diesem Jahr die G-7-Präsidentschaft inne. Auf dem Gruppentreffen im bayerischen Elmau wolle sie ein "anspruchsvolles Signal" senden. Denn dem Klimafonds der UN fehlen nach Angaben der Weltbank noch 70 Milliarden US-Dollar.

RWE lehnt Klimaschutzabgabe der Bundesregierung ab

Die Regierung versucht unterdessen, ihre eigenen Klimaziele unter anderem über eine Klimaschutzabgabe zu erreichen. Diese hatte das Wirtschaftsministerium vor Kurzem korrigiert. Der Energiekonzern RWE will sie nach wie vor nicht akzeptieren. "Wir lehnen das Modell klar ab", sagte ein Unternehmenssprecher. Mit dem neuen Entwurf sollen 16 Millionen Tonnen statt 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Die Strafzahlungen sollten erhoben werden, wenn Kohlekraftwerke gegen die CO2-Ausstoßgrenzen verstoßen. RWE erzeugt Strom größtenteils in Kohlekraftwerken. Durch die Klimaschutzabgabe seien 7.000 Jobs gefährdet, sagte Finanzchef Bernhard Günther. Würde sie in Kraft treten, müssten 17 der 20 Braunkohlekraftwerke und zwei der drei Tagebaue stillgelegt werden.