Mietpreisbremse

Der Mietspiegel – und wie hoch die Mieten wirklich sind

Berlin führt an diesem Montag als erstes Bundesland die Mietpreisbremse ein. Neuvermietungen in angespannten Lagen sollen so im Preis gedeckelt werden. Die neue Miete darf künftig maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Nachzulesen ist das meist im jeweiligen Mietspiegel. Die stehen allerdings in der Kritik – sie seien zu unwissenschaftlich und ungenau. Weil die Spiegel dennoch in den meisten Fällen die Grundlage für die Preisbremse sind, haben wir uns die kreisfreien Städte angesehen, wie groß die Differenz für eine Standardwohnung (65 qm, normale Ausstattung und Lage, Baujahr 1985) zwischen Mietspiegel und Marktpreis ist. Ein Beispiel: In Berlin Ost (in der Hauptstadt gibt es noch zwei Mietspiegel für den Westen und den Osten) sollte die Standardwohnung laut Mietspiegel 4,86 Euro pro Quadratmeter kosten. Nach Einführung der neuen Mietpreisbremse dürfte der Vermieter die Miete nur um maximal zehn Prozent erhöhen – und nicht auf die heute schon üblichen 7,03 Euro. Für einige Städte wie zum Beispiel Bremen oder Ingolstadt konnten keine Berechnungen angestellt werden, weil es dort keinen qualifizierten Mietspiegel gibt. Dass diese Preisdifferenzen existieren, ist zunächst völlig normal. Schließlich bildet der Mietspiegel das Mietniveau der vergangenen vier Jahre ab. Erstaunlich ist jedoch, wie groß der Unterschied gerade in den Boom-Städten ist. Hier hat sich der Spiegel am stärksten von der Realität entfernt – und die Preisbremse hätte den größten Effekt.