Bargeld ist hierzulande immer noch das beliebteste Zahlungsmittel: Fast 80 Prozent aller Einkäufe werden bar bezahlt. Zwar gebe es inzwischen eine Fülle von Karten und neue Bezahlmethoden, etwa über Smartphones, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele auf der Esta-Konferenz zum Thema Geldfluss und neue Geschäftsmodelle in Berlin. Doch die Bundesbank verhalte sich neutral: "Jeder sollte bezahlen können, wie er will." 

Das Institut will den Bürgern vor dem Hintergrund der extrem niedrigen Zinsen auch nicht vorschreiben, wie viel Bargeld sie halten dürfen. Thiele sagte, Verbraucher würden derzeit zwar nicht in großem Umfang in Scheine und Münzen umschichten. Sollten die Banken aber negative Zinsen auf ihre Kunden abwälzen, könnten sie möglicherweise reagieren, indem sie Bargeld horteten.

"Restriktionen der Bargeldhaltung, wie sie vor diesem Hintergrund vereinzelt diskutiert werden, lehnt die Bundesbank ab", sagte Thiele. Viele Verbraucher seien wegen der niedrigen Zinsen verunsichert und fragten sich, was diese für sie bedeuten.

Die Leitzinsen im Euroraum liegen schon seit September 2014 auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Der Einlagenzinssatz ist mit minus 0,20 Prozent sogar negativ: Banken müssen einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, statt es über Kredite an Unternehmen und Privatkunden weiterzureichen.

Zuletzt hatten sich wiederholt Ökonomen dafür ausgesprochen, Scheine und Münzen abzuschaffen – so etwa das Mitglied des Sachverständigenrats, Peter Bofinger, und der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble etwa aber lehnt einen Verzicht auf Bargeld ab.