Vier griechische Banken müssen eine weitere Herabstufung hinnehmen. Die Ratingagentur Fitch hat ihnen einen teilweisen Zahlungsausfall bescheinigt. Sie erklärte, dass die Griechische Nationalbank (NBG) sowie die Geldhäuser Piraeus, Eurobank und Alpha zahlungsunfähig gewesen wären, wenn die Regierung in Athen nicht Kapitalverkehrskontrollen eingeführt hätte. Die Kreditwürdigkeit der Geldhäuser wurde daher von CCC beziehungsweise C auf RD herabgestuft, was für restricted default (begrenzter Zahlungsausfall) steht.

Die Banken hätten stark unter dem massenhaften Abheben von Guthaben besorgter Kunden sowie unter der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) gelitten, die Notfallkredite des sogenannten ELA-Programms für griechische Banken nicht weiter anzuheben, hieß es in einer Erklärung von Fitch. Zugleich hätten die nun geltenden Einschränkungen im Zahlungsverkehr eine materielle Auswirkung auf einen Teil der fälligen Verpflichtungen der Banken.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte bereits die Kreditwürdigkeit des Eurolandes weiter herabgestuft. Sie  senkte die Bonität von CCC auf CCC-, was einer Stufe vor dem kompletten Zahlungsausfall entspricht. Die Wahrscheinlichkeit eines Grexit bezifferte S&P nun mit 50 Prozent.

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hatte in der Nacht zum Samstag überraschend ein Referendum über die Reformvorschläge der internationalen Geldgeber für den kommenden Sonntag angekündigt. Die Finanzminister der Eurozone warfen ihm daraufhin vor, einseitig die Verhandlungen abgebrochen zu haben, und entschieden, das am Dienstag auslaufende Hilfsprogramm für Athen nicht zu verlängern.

Ohne neues Geld droht Griechenland binnen weniger Tage der Bankrott. Um in dieser unsicheren Lage einen Zusammenbruch des griechischen Bankensektors zu verhindern, hatte die griechische Regierung Kapitalverkehrskontrollen und eine einwöchige Schließung der Banken angeordnet.

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Kurz erklärt - Was bedeutet Grexit? Schon seit 2009 wird in Politik und Medien vom Grexit gesprochen – dem Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Ein solches Szenario hat es noch nie gegeben – selbst Staatsrechtler sind sich über die juristischen Folgen eines Grexits uneinig.