Wurden Griechenland Erleichterungen beim Schuldendienst angeboten? Den Schluss legt der "vertrauliche und vorläufige" Entwurf für die Abschlusserklärung der Finanzminister der Eurozone nahe, der ZEIT und ZEIT ONLINE vorliegt. Wie es in dem Dokument heißt, ist die Eurogruppe bereit, "wenn notwendig weitere Maßnahmen in Betracht zu ziehen, um die Tragfähigkeit der griechischen Schulden in einer glaubwürdigen Weise zu verbessern". Voraussetzung dafür sei, dass "die Auflagen des laufenden Programms voll umgesetzt werden".

Der Entwurf wurde von der sogenannten Euro-Arbeitsgruppe verfasst, der die Finanzstaatssekretäre der Euroländer angehören. Auch Deutschland ist in dieser Gruppe vertreten. Er ist politisch brisant, weil die Bundesregierung einen Schuldenschnitt bislang immer abgelehnt hat. Auch in den vom Bundesfinanzministerium zusammengestellten Unterlagen für den Bundestag ist von einem solchen Erlass keine Rede. In deutschen Regierungskreisen hieß es, der Vorschlag sei nicht offiziell angenommen worden. Doch allein seine Existenz dürfte Wellen schlagen.

Bereit für drittes Hilfspaket

Als konkrete Maßnahmen zur Senkung der Schuldenlast sind in dem Papier "längere Rückzahlungsfristen und Tilgungsaufschiebungen (grace and repayment periods)" für neue und bereits existierende Verbindlichkeiten aufgeführt. Diese Maßnahmen würden in Betracht gezogen, wenn das laufende Programm "erfolgreich abgeschlossen" sei. 

In dem Dokument erklärt die Eurogruppe auch, dass sie bereit stehe, ein drittes Rettungspaket für Griechenland zu verabschieden und im Rahmen eines solchen Programms auch zusätzliche Mittel für die Rekapitalisierung der griechischen Banken bereitzustellen. Dem griechischen Regierungschef ging dieses Angebot aber nicht weit genug, weshalb die Verhandlungen abgebrochen wurden.