Das Bundeskartellamt hat hohe Bußgelder gegen Handelskonzerne und Markenartikelhersteller verhängt. Betroffen sind den Angaben nach sieben Handelsketten und vier Markenhersteller. Insgesamt seien bislang Bußgelder von mehr als 150 Millionen Euro verhängt worden, hieß es in einer Mitteilung.

Die Wettbewerbsaufsicht ging gegen sogenannte Preisbindungen vor. "Hersteller dürfen keinen Druck auf die Händler ausüben oder monetäre Anreize gewähren, um bestimmte Endverkaufspreise sicherzustellen", erläuterte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Auch hätten Händler auf Hersteller Druck gemacht, bei anderen Herstellern die Preise zu drücken, um wiederum einen einheitlichen Ladenpreis zu ermöglichen.

Unter den bestraften Unternehmen sind Händler wie die Edeka Zentrale AG & Co. KG, die Rewe-Zentral-Aktiengesellschaft, die Kaufland Stiftung & Co. KG und die Metro Dienstleistungs-Holding. Hinzu kommen Aldi, Fressnapf und Das Futterhaus. Bei den Herstellern waren die Rechtsnachfolgerin der Haribo GmbH betroffen, weiterhin Alfred Ritter GmbH & Co. KG (Ritter Sport), Johnson und Johnson GmbH und die Dr. Kurt Wolf GmbH & Co. KG (Pflegeprodukte). In den Bereichen Süßwaren, Kaffee und Bier liefen noch immer Ermittlungen, hieß es. Alle anderen Verfahren seien abgeschlossen.

Metro bedauere die "lang zurückliegenden Unregelmäßigkeiten ausdrücklich", hieß es. Rewe wollte sich bisher nicht äußern.

Das Kartellamt hatte 2010 unter dem Verdacht von Preisabsprachen Handelsunternehmen und Markenartikelhersteller ins Visier genommen. Die Wettbewerbshüter untersuchten unter anderem, ob Firmen Preise für Süßwaren, Kaffee und Tiernahrung abgesprochen haben. Dafür waren auch Unternehmen durchsucht worden, unter anderem bei Branchengrößen wie Rewe, Edeka und Metro.