Der russische Erdgaskonzern Gazprom baut mit europäischen und US-amerikanischen Partnern die Ostseepipeline Nord Stream um zwei weitere Stränge aus. Damit solle die Energieversicherung in Europa sichergestellt werden, teilte der russische Energiekonzern mit. An dem Projekt seien außer Gazprom die Konzerne OMV, Shell und E.on beteiligt.

Die beteiligten Firmen unterzeichneten auf dem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg ein entsprechendes Memorandum über den geplanten Bau. Bisher sind von Nord Stream zwei Leitungen in Betrieb. Die beiden neuen Stränge sollen 55 Milliarden Kubikmeter Gas zusätzlich in die Europäische Union leiten.

Russland baut die Leitungen, um die krisengeschüttelte Ukraine als bisher wichtigstes Transitland für die Energielieferungen nach Westen zu umgehen. Von 2020 an soll kein russisches Gas mehr durch die Ukraine nach Westeuropa fließen. Russland plant neben den Nord-Stream-Strängen auch die neue Leitung Turkish Stream durch das Schwarze Meer in die Türkei.

"Der Bau der zusätzlichen Transport-Infrastruktur auf dem kürzesten Weg zwischen Gasfeldern im Norden Russlands und Märkten in Europa wird zur Erhöhung der Sicherheit und Zuverlässigkeit der Lieferungen nach neuen Verträgen beitragen", sagte Gazprom-Chef Alexej Miller.