Die Talfahrt an den chinesischen Börsen hat sich trotz massiver staatlicher Eingriffe beschleunigt fortgesetzt. Der Leitindex in Shanghai lag zu Handelsbeginn mit bis zu 8,2 Prozent im Minus. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg war das der größte Kursrutsch seit 2007. Die Börse in Shenzhen notierte zeitweise fast fünf Prozent tiefer als am Vortag.

Die für die chinesischen Aktienmärkte zuständige Aufsichtsbehörde sprach von einer Panikstimmung. Die Aktien von mehr als 1.300 Firmen wurden vom Handel ausgesetzt. Anteile im Wert von umgerechnet 2,6 Billionen Dollar können damit derzeit nicht gehandelt werden. Das entspricht 40 Prozent des gesamten chinesischen Börsenkapitals. Die Notenbank kündigte an, die Entwicklungen eng zu verfolgen und Stabilisierungsmaßnahmen zu ergreifen.

Auch die Börse in Tokio verzeichnete wegen des Kursrutsches in Shanghai, Shenzhen und Hongkong sowie des Fortgangs des Athener Schuldendramas Verluste. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte wurde um 638,95 Punkte oder 3,14 Prozent ins Minus gedrückt. Der Schlussstand lag bei 19.737,64 Zählern – erstmals seit Mitte Mai ging das japanische Börsenbarometer unterhalb der 20.000-Punkte-Marke aus dem Handel. Der breit gefasste Topix fiel um 54,75 Punkte oder 3,34 Prozent auf 1.582,48 Zähler.

Nach dem spekulativen und vielfach kreditfinanzierten Aktienboom der vergangenen Monate haben die Indizes in Shenzhen und Shanghai seit Mitte Juni mehr als ein Drittel an Wert verloren. Die Griechenland-Krise spielt an den weitgehend abgeschotteten chinesischen Märkten zwar keine Rolle, aber in Hongkong setzt das Tauziehen in Europa gepaart mit den Sorgen um China den Markt weiter unter Druck. Der Hang Seng Index verlor zunächst mehr als vier Prozent. In Tokio gab der Nikkei-Index um 1,5 Prozent nach.