Rentner in Athen müssen vor einer Bank Nummern ziehen, bevor sie Geld von ihren Konten abheben können. © Christian Hartmann/Reuters

Angesichts der akuten Finanzkrise Griechenlands haben mehrere EU-Politiker vor Versorgungsengpässen gewarnt. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) erneuerte seinen Ruf nach humanitärer Hilfe für das Euroland. Die griechischen Familien, die Alten, die Kranken und die Einkommensschwachen seien "die eigentlichen Verlierer des griechischen Dramas", schrieb Schulz in einem Gastbeitrag für die in Düsseldorf erscheinende Rheinische Post. "Sie dürfen wir nicht alleine lassen, und deshalb plädiere ich dafür, dass wir humanitäre Gelder zur Verfügung stellen, um hier schnell zu helfen."

Auch die britische Regierung warnte vor einer Verschärfung der Situation. "Wenn die Wirtschaftskrise in Griechenland fortbesteht, steigen die Risiken von Engpässen", sagte Finanzminister George Osborne vor dem Parlament in London. Angesichts der wachsenden Gefahr müssten die Briten "wachsam" sein und die Lage genau beobachten. Osborne wies darauf hin, dass zusätzliches Personal in die britische Botschaft in Athen geschickt worden sei, "um vorbereitet zu sein auf was auch immer geschieht". Auch auf die griechischen Ferieninseln Kreta, Korfu, Rhodos und Zakynthos, wo viele Briten Urlaub machen, sei zusätzliches konsularisches Personal geschickt worden.

Eine weitere Eskalation hält Osborne für wahrscheinlich. "Wir müssen realistisch sein: Die Aussichten auf eine glückliche Lösung dieser Krise nehmen traurigerweise ab", sagte der Finanzminister vor dem Parlament. Das britische Außenministerium aktualisierte seine Reisehinweise für Griechenland: Besucher wurden aufgefordert, ausreichend Medikamente sowie Geld für ihren Aufenthalt und mögliche unerwartete Verzögerungen mitzunehmen.

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) forderte in der Bild-Zeitung, die EU-Kommission und die Euroländer müssten nun in Griechenland verhindern, "dass es wegen der akuten Finanznot zu Engpässen bei Medikamenten, Lebensmitteln oder Öl und Gas kommt". Aus dem EU-Haushalt könnten dafür Mittel verwendet werden, die für mögliche Naturkatastrophen reserviert seien.