Die Empörung war ihr am Ende dann wohl doch nicht mehr geheuer. Nun rudert EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström wegen der heftigen Kritik, die ihr in Deutschland entgegenschlägt, zurück. Anders als in der vergangenen Woche angekündigt, will sie es Bundestagsabgeordneten künftig doch nicht schwerer machen, sich über den Stand des geplanten europäisch-amerikanischen Handelsabkommens TTIP zu informieren. Als Teil ihrer "laufenden Bemühungen, für ein Höchstmaß an Transparenz bei den TTIP-Verhandlungen zu sorgen", werde die Kommission von nun an auch "detaillierte und umfassende Berichte über die Verhandlungen auf ihrer Website in allen EU-Amtssprachen veröffentlichen".

Es habe "Verwirrung" und "Konfusion" gegeben, schreibt Malmström in ihrem Blog, und: "Das bedauere ich." Um pure Verwirrung handelte es sich indes in der vergangenen Woche nicht. Tatsächlich hatte die Kommission einen Bericht über den letzten Stand der Verhandlungen zur Lektüre durch Abgeordnete nur noch in einem Brüsseler Leseraum ausgelegt und nicht wie bisher üblich nach Berlin geschickt. Das hatten zunächst vor allem Bundestagsabgeordnete heftig kritisiert.

Auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel schloss sich den Kritikern an. In einem Brief an Malmström kritisierte er scharf: Er halte es für einen "bedauerlichen Rückschritt" in dem "gemeinsamen Bemühen um größtmögliche Transparenz", dass der Bericht zur letzten Verhandlungsrunde den Mitgliedsstaaten nicht mehr schriftlich zur Verfügung gestellt werde.

Malmström war im vergangenen Jahr in Brüssel mit dem Versprechen angetreten, für mehr Transparenz in der Handelspolitik zu sorgen. Nun versucht sie den Fehler der vergangenen Woche durch ein erneutes Versprechen auszuräumen: "Alle Neuerungen in meiner Handelspolitik werden stets mehr Offenheit bedeuten, nicht weniger. Das ist die Zusicherung, die ich zu Beginn meines Mandats gegeben habe. Ich bin entschlossen, dieses Versprechen zu halten."