Chinesische Behörden machen einzelne Personen für die fallenden Kurse an den Börsen verantwortlich. Nach Angaben von Staatsmedien hat ein Finanzjournalist gestanden, die Krise durch seine Berichterstattung über Wertpapiere und Termingeschäfte verschuldet zu haben. Auch ein Beamter der Wertpapieraufsichtsbehörde sowie vier Manager des größten Wertpapierhändlers des Landes wurden festgenommen.

Wang Xiaolu von der Zeitschrift Caijing habe zugegeben, dass die von ihm verbreiteten "falschen Informationen" zu "Panik und Unruhe" an den Aktienmärkten geführt und das Vertrauen der Anleger "ernsthaft untergraben" hätten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Damit habe er dem Staat und den Investoren große Verluste verursacht. Wang war offiziell wegen des Verbreitens falscher Informationen festgenommen worden.

Insgesamt wurden zuletzt offiziellen Angaben zufolge 197 Personen wegen angeblicher Verbreitung von Gerüchten im Internet bestraft. 165 Konten seien gesperrt worden sein, berichtet Xinhua. Strafen gab es unter anderem für die Veröffentlichung eines Gerüchts, wonach ein Mann in Peking wegen des Kurzsturzes an den Börsen in den Tod gesprungen sei. 

Allerdings wurden Äußerungen nicht nur in diesem Zusammenhang geahndet: Auch Kommentare zu Tianjin, wonach bei der Explosion "mindestens 1.300 Menschen" getötet wurden, wurden bestraft. Über das Strafmaß wurde nichts bekannt. 

Die chinesischen Börsen fielen nach einer kurzen Erholung zum Ende der vergangenen Woche auch am Montag wieder. Der wichtige Shanghai Composite Index verlor innerhalb von einer Stunde rund drei Prozent. Ähnlich entwickelten sich der Shenzhen Component Index und der Technologieindex ChiNext.    

Die chinesische Wirtschaft wächst derzeit so langsam wie seit 1990 nicht mehr. In den ersten zwei Quartalen legte sie nur um 7,0 Prozent zu. Seit Mitte Juni fallen die chinesischen Börsen trotz einer Reihe von staatlichen Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft. Die  Abwertung des Yuan verstärkte die Sorge, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schwächer ist als gedacht.