Die griechische Regierung hat die Finanzkontrollen für seine Bürger leicht gelockert. Griechen können nun erstmals seit der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen Ende Juni monatlich bis zu 500 Euro ins Ausland überweisen, ohne dafür eine Genehmigung der Behörden vorweisen zu müssen. Künftig können zudem höhere Beträge von bis zu 8.000 Euro pro Quartal an Griechen überwiesen werden, die im Ausland studieren. Bislang lag die Obergrenze dafür bei 5.000 Euro. Auch einige Auflagen für Banken wurden gelockert.

Beschränkt bleiben weiterhin die Bargeldauszahlungen. Nach wie vor können Griechen höchstens 420 Euro pro Woche von ihren Konten abheben. Das Land hatte die Kapitalverkehrskontrollen am 29. Juni eingeführt, um sein Finanzsystem zu stabilisieren und unter Druck geratenen Banken etwas Luft zu verschaffen.  

Derweil wird in mehreren europäischen Ländern über ein drittes Hilfspaket für Griechenland abgestimmt. Am Mittwoch entscheidet der Bundestag darüber. In langen Sitzungen warben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Unionsfraktionschef Volker Kauder um Zustimmung für das neue Hilfspaket. Es wird erwartet, dass der überwiegende Teil jener 60 Abweichler innerhalb der Unionsfraktion, die vor einem Monat gegen die Aufnahme der Verhandlungen über die Hilfen gestimmt hatte, beim Nein bleibt.

Das Rettungsprogramm umfasst laut Finanzministerium bis zu 86 Milliarden Euro und werde entgegen anderslautender Medienberichte nicht weiter aufgestockt. Die Summe, um die es im Bundestag gehe, sei der zu deckende Finanzbedarf Griechenlands, hieß es in einer Mitteilung des Bundesfinanzministeriums. Die in dem Regierungsantrag zusätzlich genannten 6,2 Milliarden würden durch Privatisierungen erzielt. Es handele sich um Finanzmittel, die Griechenland sofort selber aufbringen könne. Die rund 92 Milliarden Euro, die sich aus der Addition beider Summen ergäben, seien der Bruttofinanzbedarf Griechenlands.

Das Geld für das Hilfspaket kommt überwiegend aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Der deutsche Finanzierungsanteil beträgt knapp 27 Prozent, das maximale deutsche Haftungsrisiko 190 Milliarden Euro. Griechenland muss im Gegenzug für das Geld umfangreiche Reform- und Sparverpflichtungen erfüllen.