Die griechische Wirtschaft wird nach Angaben aus EU-Kreisen in diesem Jahr um 2,3 Prozent schrumpfen. 2016 werde der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts nicht mehr ganz so drastisch sein und etwa um 1,3 Prozent betragen, hieß es aus EU-Kreisen. Die Wirtschaft des Landes war im vergangenen Jahr erstmals seit sechs Jahren wieder gewachsen.

Derzeit laufen wegen der schweren griechischen Wirtschaftskrise die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket. Nach Angaben einer Sprecherin der EU-Kommission wird derzeit ausgelotet, ob die Finanzminister der Eurostaaten dem dritten Rettungsprogramm im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro zustimmen würden. Auf technischer Ebene seien nun auch die "letzten Details" geklärt. Die Endfassung der von Experten verhandelten Grundsatzeinigung habe man den Mitgliedstaaten am Vorabend zugeschickt. Als Termin für eine Eurogruppenkonferenz ist dieser Freitag im Gespräch.

Am Abend sollten Vertreter aller 28 EU-Staaten per Telefonschaltung über den Stand der Verhandlungen informiert werden. Die Länder ohne Euro-Währung sind zwar nicht an der Entscheidung über das dritte Hilfspaket beteiligt, müssten aber eventuell formell einer Brückenfinanzierung zustimmen, sollten sich die Verhandlungen weiter hinziehen.

Abstimmung in Athen am Donnerstag

Die Regierung in Athen erzielte mit ihren Geldgebern bereits eine Grundsatzeinigung auf ein drittes Hilfspaket. Das Hilfsprogramm muss noch vom griechischen Parlament und den Euro-Finanzministern abgesegnet werden. Auch mehrere nationale Parlamente wie der Bundestag müssen die Einigung noch bestätigen.

Vor der Abstimmung im griechischen Parlament zeigt sich Ministerpräsident Alexis Tsipras optimistisch. "Ich bin und bleibe zuversichtlich, dass wir es schaffen werden, ein Abkommen und Kredithilfen zu erreichen, um die wirtschaftliche Unsicherheit zu beenden", sagte Tsipras mit Anspielung auf die Proteste innerhalb seines linken Syriza-Bündnisses. Das Parlament stimmt voraussichtlich am Donnerstag über die Bedingungen des Rettungsprogramms ab. Der rund 400 Seiten lange Gesetzentwurf wurde bereits auf der Website des Parlaments veröffentlicht. 

Griechenland braucht am 20. August neues Geld

Der linke Flügel der Regierungspartei Syriza lehnt die harten Sparauflagen der Kreditgeber aber ab und verweigerte Tsipras bei früheren Abstimmungen die Gefolgschaft. Nur mit den Stimmen der Opposition brachte der Regierungschef die Maßnahmen durch.

Bis zum 20. August muss Griechenland frisches Geld bekommen, um 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen zu können.