Die Deutschen lehnen es ab, ihren Strom aus Kohlekraftwerken zu beziehen. Das ist das Ergebnis einer Allensbach-Umfrage, die der ZEIT vorab vorliegt. Nur fünf Prozent der Befragten wünschen sich demnach, dass ihr Strom aus Kohleenergie kommt. Diese ist damit unbeliebter als Atomkraft, die es auf acht Prozent schafft.

Beliebt sind hingegen Wind- und Sonnenenergie. Die Befragten erhoffen sich, dass diese beiden Energieträger massiv ausgebaut werden. Auf die Frage, wo künftig der Strom herkommen solle, antworteten 80 Prozent mit Sonne, 76 Prozent mit Wind.

Die Deutschen seien der Regierung bei Energiepolitik und Klimaschutz meilenweit voraus, sagte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Anton Hofreiter. Der Wunsch danach, aus Kohlekraft auszusteigen, sei eindeutig. "Diese Bundesregierung muss endlich konsequent aus der dreckigen Kohle aussteigen. Nur dann kann sie auf dem Klimagipfel in Paris auch glaubwürdig verhandeln."

Tatsächlich scheint die Mehrheit der Deutschen den Klimawandel bekämpfen zu wollen. Nur jeder fünfte Befragte gab an, dass Umweltschützer "den Klimawandel und seine Folgen übertreiben". Mehr als drei Viertel forderten hingegen, dass die Industrie sich anders verhalten müsse.

Anfang Dezember wird in Paris die UN-Klimakonferenz stattfinden. Dort soll ein neues internationales Klimaabkommen beschlossen werden, das auf das Kyoto-Protokoll folgen soll. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Mai angekündigt, die Finanzhilfe für die ärmsten Länder der Welt aufzustocken. Deutschland werde seine internationale Klimafinanzierung bis 2020 von zwei Milliarden Euro jährlich auf vier Milliarden steigern.