Das Hessische Landesarbeitsgericht hat den Pilotenstreik bei der Lufthansa gestoppt. Das Gericht erließ eine einstweilige Verfügung gegen die streikende Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Es hob damit ein Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt auf, das den Antrag der Lufthansa auf einstweilige Verfügung am Dienstagabend noch abgewiesen hatte.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass sich der Streik auch gegen die Pläne zur Umstrukturierung des Konzerns richten würde. Damit verfolge der Arbeitskampf auch ein tariflich nicht regelbares Ziel, was rechtswidrig sei.

Die Piloten streiken seit Montag. Am Mittwoch wurde der Arbeitskampf auch auf die Mittel- und Kurzstrecke ausgeweitet. Von den insgesamt 1.520 Flügen fallen nach Angaben des Unternehmens rund 1.000 aus. Betroffen seien etwa 140.000 Passagiere.

Die Fluggesellschaft war am Dienstag noch vor den Arbeitsgerichten Frankfurt und Köln mit dem Versuch gescheitert, den Streik per einstweiliger Verfügung noch verbieten zu lassen. Nach Auffassung der dortigen Richter ist der Ausstand verhältnismäßig und verfolgt auch keine streikfremden Ziele. Daraufhin war die Lufthansa vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht in Berufung gegangen.

In den vorangegangenen zwölf Streikrunden seit April 2014 hat die Vereinigung Cockpit dem Unternehmen nach dessen Angaben mehr als 300 Millionen Euro Schaden zugefügt. Streikgrund ist die Übergangsversorgung der rund 5.400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Es geht aber auch um die künftige Unternehmensstruktur, die Arbeitsplatzverlagerungen und die Ausflaggung zahlreicher Flugzeuge vorsieht. Die Gewerkschaft hatte dem Unternehmen zuletzt nach eigenen Angaben Einsparmöglichkeiten in einem Volumen von rund 500 Millionen Euro angeboten. Neben einem späteren Eintritt in den Vorruhestand sollte innerhalb des Konzerntarifvertrags eine Tarifgruppe für Billigflieger eingeführt werden.