Die Bundesregierung will mehr Geld für die weltweite Entwicklungshilfe bereitstellen. Das versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrer ersten Rede vor den Vereinten Nationen seit fünf Jahren. "Wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung ist und bleibt Frieden", sagte Merkel während des UN-Nachhaltigkeitsgipfels in New York. Millionen von Menschen würden sich aber aufgrund von Krieg und Gewalt sowie mangelnden Zukunftsperspektiven und der Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen zur Flucht gezwungen sehen.

"Wer das Leid derjenigen sieht, die ihre Heimat hinter sich lassen und sich anderswo Schutz und Zukunft erhoffen, wer auch die Herausforderung für die Länder kennt, die Flüchtlinge aufnehmen, der weiß, dass es letztlich nur eine Lösung gibt: Wir müssen den Ursachen von Flucht und Vertreibung entgegenwirken", sagte Merkel. Eine Rekordzahl an Flüchtlingen aus den Krisengebieten im Nahen Osten und in Nordafrika hat sich in den vergangenen Monaten auf den Weg nach Europa gemacht, viele suchen Zuflucht in Deutschland.

Zu den zuvor verabschiedeten neuen Entwicklungszielen sagte Merkel, die sogenannte Post-2015-Agenda liefere "genau den richtigen Rahmen" für die Bekämpfung der Fluchtursachen. Sie vereinte die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte der Entwicklung.

Die Kanzlerin kündigte an, dass die Bundesrepublik ihren Entwicklungshilfeetat in den kommenden Jahren "substanziell" erhöhen werde, um das Ziel zu erreichen, mindestens 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für diesen Bereich auszugeben. Deutschlands Beitrag liegt derzeit bei rund 0,4 Prozent des BIP.