Bastian Schweinsteiger beim DFB-Pokalspiel FC Bayern München gegen Borussia Dortmund im April 2015 © Christof Stache/AFP/Getty Images

Der Volkswagen-Konzern will nach Informationen der Bild am Sonntag den Sponsorenvertrag für den DFB-Pokal vorerst nicht verlängern. Das Unternehmen reagiere mit der Verweigerung der Unterschrift auf die Abgas-Affäre, von der Kosten in Milliardenhöhe erwartet werden.

Nach Angaben der Zeitung hatte sich VW mit dem DFB-Vermarkter Infront bereits auf einen neuen Dreijahresvertrag von 2016 an geeinigt. Pro Jahr sollten fünf Millionen Euro an den DFB gehen. Der Wolfsburger Autobauer ist seit 2012 Sponsor des DFB-Pokals. Alle 64 Mannschaften spielen mit dem VW-Logo auf den Ärmeln.

Wegen des Abgas-Skandals bei VW ist es wahrscheinlich, dass der Konzern seine umfangreichen Aktivitäten im Sportsponsoring erheblich reduzieren wird. Hohe Milliardenbeträge sollen etwa beim Motorsport eingespart werden. Welche Wettbewerbe und Rennen davon betroffen sind, ist aber noch unklar. VW unterstützt auch den Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg in erheblichem Maße.

Glück scheint hingegen der VfL Wolfsburg zu haben. VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz hatte zuletzt gesagt, dass das Unternehmen den deutschen Fußball-Vizemeister und amtierenden Pokalsieger auch zukünftig angemessen unterstützen werde.

"Mitarbeiter nicht bestrafen"

Die Konsequenzen der Abgas-Affäre werden aber nicht nur im Sponsoringbereich zu Einschnitten führen. "Unser Ergebnis und die bisherige Finanzplanung kommen massiv unter Druck", räumte Vorstandschef Matthias Müller gegenüber den 600.000 VW-Beschäftigten ein. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte der Bild am Sonntag: "Matthias Müller und ich sind uns einig, dass es fair zugehen muss. Wir erwarten, dass der Vorstand jeden Einschnitt, den er bei der Belegschaft vornimmt, in gleicher Relation sich selbst abverlangt."

Diese allgemeine Linie habe aber nichts mit Forderungen etwa nach der Abschaffung kostenloser Flüge von VW-Managern mit der firmeneigenen Flugbereitschaft zu tun, hieß es aus dem Konzern. In der Belegschaft gebe es zudem Befürchtungen, dass der Mitarbeiterbonus für 2015 infrage stehe. Müller hatte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung jedoch gesagt: "Wir dürfen nicht die Mitarbeiter bestrafen für etwas, für das sie nichts können."

Hackenberg sieht sich unschuldig

Der beurlaubte Entwicklungsvorstand der Volkswagen-Marke Audi, Ulrich Hackenberg, bestreitet nach Informationen der Bild am Sonntag jegliche Verantwortung für Dieselgate. Das gehe aus einem Bericht der VW-Konzernrevision hervor. Demnach hatte Hackenberg in einem Schreiben an den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn darauf verwiesen, dass die Berichtswege in der Angelegenheit an ihm vorbeigelaufen seien und er deswegen keine Kenntnisse von den Vorgängen gehabt hätte.

Offenbar hatte Winterkorn Hackenberg zuvor gebeten, die Verantwortung in der Affäre zu übernehmen. Hackenberg habe dies in dem Schreiben abgelehnt und sich einem Insider zufolge gegen seine Suspendierung gewehrt.