Die Bundesregierung senkte ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im zu Ende gehenden Jahr von 1,8 auf 1,7 Prozent. Für das Jahr 2016 geht sie ungeachtet der schwachen Weltkonjunktur von einem stabilen Aufschwung in Deutschland aus und erwartet ein Plus von 1,8 Prozent. "Die deutsche Wirtschaft wächst weiter", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Trotz der gedämpften weltwirtschaftlichen Perspektiven mit einem schwächeren Wachstum in China und in rohstoffreichen Schwellenländern befinde sie sich auf einem guten Weg.

Gegen die Risiken von außen sieht Gabriel die Wirtschaft durch den robusten Binnenmarkt abgeschirmt. "Dazu tragen vor allem die positive Entwicklung der Beschäftigung verbunden mit steigenden Einkommen bei", sagte der SPD-Vorsitzende. Die Nettoverdienste sollen in diesem Jahr um 2,6 Prozent zunehmen, 2016 noch einmal um 2,4 Prozent. Zugleich erhöhe sich die Zahl der Erwerbstätigen im kommenden Jahr auf das Rekordniveau von 43,3 Millionen – das sind rund 600.000 mehr als 2014. Auch die Exporte sollen wachsen, begünstigt vom schwachen Euro, der deutsche Waren in Übersee verbilligt.

Allerdings rechnet die Bundesregierung trotz robuster Konjunktur mit mehr Arbeitslosen. Während in diesem Jahr noch ein Rückgang um fast 100.000 erwartet wird, soll es 2016 angesichts der hohen Zuwanderung einen Anstieg um 60.000 geben. "Die große Herausforderung für Deutschland ist die hohe Flüchtlingsmigration aus den Krisengebieten", sagte Gabriel. Daher müssten die Bedingungen für die Integration verbessert werden.