Die Weltbank und andere große Entwicklungsbanken haben sich verpflichtet, ihre Mittel für den Kampf gegen den Klimawandel zu erhöhen. Das Geld soll dazu beitragen, dass sich besonders vom Klimawandel betroffene arme Länder besser gegen die Folgen der Erderwärmung schützen können. Es wird über einen neu geschaffenen Klimafonds verwaltet, in den öffentliche und private Geber bis 2020 jedes Jahr 100 Milliarden US-Dollar (rund 88 Milliarden Euro) einzahlen wollen. Nach einem OECD-Zwischenbericht wurden bislang 62 Milliarden US-Dollar (54,6 Milliarden Euro) fest zugesagt. Der Fonds war auf der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 beschlossen worden.

Beim Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in der peruanischen Hauptstadt Lima versprach Weltbank-Präsident Jim Yong Kim, seine Organisation werde jährlich 29 Milliarden US-Dollar (25,7 Milliarden Euro) bereitstellen. Bis 2020 könne die Weltbank knapp ein Drittel ihrer Projekte dem Klimaschutz widmen. Dazu will die Weltbank ihre direkten Hilfen von derzeit 10,3 Milliarden US-Dollar bis 2020 auf 16 Milliarden US-Dollar aufstocken. Weitere 13 Milliarden US-Dollar will die Weltbank für die Kofinanzierung von Klimaschutzprojekten ausgeben. Mit dem Geld sollen Länder dabei unterstützt werden, sich zum Beispiel besser gegen Überschwemmungen zu schützen und ihre Solar- und Windenergie auszubauen.

"Wir verpflichten uns, die Unterstützung für Entwicklungsländer bei der Bekämpfung des Klimawandels deutlich zu erhöhen", sagte Jim Yong Kim. Die Zusage gilt als wichtiges Signal für den UN-Klimagipfel im Dezember in Paris. Dort sollen mehr als 190 Staaten einen neuen Weltklimavertrag in Nachfolge des Kyoto-Abkommens verabschieden und sich auf eine Senkung der CO2-Emissionen verständigen. Entwicklungs- und Schwellenländer, die überproportional vom Klimawandel betroffen sind, aber nicht zu den Hauptverursachern zählen, fordern dafür hinaus mehr finanzielle Unterstützung bei der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung.

Auch Entwicklungsbanken in Asien, Europa und Afrika versprachen, die Mittel zu erhöhen. Zu den Ländern, die vom Klimawandel besonders betroffen sind und denen mit dem Geld geholfen werden soll, zählen die Philippinen, Bangladesch, Costa Rica und mehrere Inselstaaten mit einer Gesamteinwohnerzahl von fast 700 Millionen Menschen.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius bezeichnete die Entscheidung als "ein positives Ergebnis". Er glaube, dass die internationale Gemeinschaft die Zielmarke von 100 Milliarden US-Dollar erreichen werde.