Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat vor dem Stuttgarter Landgericht zu Beginn des Prozesses gegen ihn und den früheren Finanzvorstand Holger Härter alle Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen. "Ich bin unschuldig", sagte Wiedeking.

Wiedeking und Härter wird Marktmanipulation vorgeworfen. Sie sollen 2008 verschleiert haben, bei VW eine Dreiviertelmehrheit von Porsche angestrebt zu haben. Der Plan scheiterte unter anderem wegen der Entwicklungen an den Finanzmärkten und der hohen Schuldenlast von Porsche. Am Ende brachte es die Porsche-Holding nur auf 51 Prozent und musste das operative Geschäft der Porsche AG schließlich an VW verkaufen.

Sollten die beiden früheren Spitzenmanager verurteilt werden, könnten sie mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Dies gilt aber als unwahrscheinlich. Nach Einschätzung von Juristen ist allenfalls eine Geldstrafe wahrscheinlich.

Dem Prozess wird dennoch eine hohe Bedeutung beigemessen. Parallel zum Strafverfahren laufen in Niedersachsen eine Reihe von Zivilverfahren, in denen Anleger auf insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro Schadenersatz klagen. Durch hohe Schwankungen beim Porsche-Börsenkurs 2008 hatten sie erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Die intransparente Kommunikation von Wiedeking und Härter hat diese Verluste aus Sicht der Zivilkläger mitverschuldet.