Zuckerrohranbau in Australien – das Land profitiert vom neuen Handelsabkommen TPP © David Gray/Reuters

Nach sechs Jahren Verhandlung haben die USA und elf Pazifikanrainerstaaten ein Freihandelsabkommen geschlossen. Die Unterhändler unterzeichneten die Transpazifische Partnerschaft (TPP) in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, wie ein Vertreter der US-Regierung mitteilte. TPP soll die meisten Zollschranken für Handel und Investitionen im transpazifischen Raum abbauen.

Die Unterzeichner sind Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam und die USA. Zusammen stehen sie für rund 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

TPP ist ein sehr wichtiges Anliegen der Regierung von Präsident Barack Obama. Sie versucht damit, den Einfluss der USA in Asien zu sichern und die Machtstellung Chinas zu brechen. Die ersten Gespräche dazu gab es 2008.  

Erforderlich ist nun, dass die Parlamente der Mitgliedsstaaten zustimmen. In Japan warb Premier Shinzo Abe bereits für das Vorhaben: "Das ist ein großartiges Ergebnis", sagte er nach Abschluss der letzten Gespräche. "Und zwar nicht nur für Japan, sondern auch für die Zukunft des Asien-Pazifik-Raums." Kommt die Vereinbarung zustande, könnte das die Preise von Käse bis hin zu den Kosten für Krebsbehandlungen beeinflussen.

Lange Zeit hatten die geheim geführten Gespräche gestockt. Streitpunkt war etwa die Frage, wie lange die Rechte an Daten für die Herstellung bestimmter Medikamente geschützt werden sollen. Die USA drängten auf zwölf Jahre, um Investitionen in die teure Forschung zu erleichtern. Australien, Neuseeland und Patientenverbände hielten dagegen fünf Jahre für ausreichend, um die Kosten für die Medikamente zu drücken.

Die Vereinigten Staaten konnten hierbei ihr Ziel nicht durchsetzen, sagten mit den Verhandlungen betraute Personen. Die in Washington ansässige Lobbygruppe Biotechnology Industry Association äußerte sich darüber "sehr enttäuscht". Zu den Gewinnern gehört dagegen die australische Zuckerindustrie. Sie darf künftig 65.000 Tonnen pro Jahr zusätzlich in die USA exportieren.

Die Debatte um den Pazifik-Handel der USA wird in Europa mit großem Interesse verfolgt. Denn mit Europa verhandeln die USA derzeit über das Freihandelsabkommen TTIP. Es ist in der EU stark umstritten. Heftige Kritik gibt es vor allem am geplanten Investitionsschutz für Unternehmen.