Ein Ranger blickt auf eine Überflutung im Lake Nakuru National Park in Kenia. © Joe Penney/Reuters

Der Klimawandel könnte nach einer Studie der Weltbank in den nächsten 15 Jahren zusätzliche 100 Millionen Menschen in die Armut treiben. Am härtesten betroffen wäre Afrika, heißt es in einem neuen Bericht. Die Warnung kommt wenige Wochen vor der internationalen Klimakonferenz in Paris, bei der es auch um Hilfen für ärmere Länder beim Umgang mit den Folgen des Treibhauseffekts gehen wird.

Der Klimawandel werde zu einer deutlichen Erhöhung der Lebensmittelpreise führen, prognostizieren die Forscher. Da in Afrika die ärmsten Haushalte 60 Prozent ihrer Ausgaben für Lebensmittel aufbringen, wäre dies "ein sehr harter Schlag für die Region".

Auch für die Menschen in den Staaten Südasiens sehen die Weltbank-Experten hohe Risiken. Allein in Indien könnten nach ihren Berechnungen 45 Millionen Menschen in extreme Armut geraten, das heißt weniger als 1,90 Dollar (1,76 Euro) am Tag zur Verfügung haben. Der Bericht basierte neben Forschungsdaten auch auf Befragungen von insgesamt 1,4 Millionen Menschen in 92 Ländern. 

Neben Unterernährung befürchten die Forscher auch eine Zunahme von Krankheiten. Bei einer Erwärmung um zwei bis drei Grad Celsius steige die Häufigkeit von Malaria-Erkrankungen: Zusätzliche 150 Millionen Menschen könnten betroffen sein.

Um zu verhindern, dass dieses ernste Szenario Wirklichkeit wird, raten die Autoren der Studie zu einer engeren Verzahnung von Klimaerwägungen mit Entwicklungsarbeiten. So müssten etwa Programme zur Verringerung der Armut verstärkt und mit Infrastrukturmaßnahmen zur Abfederung der Folgen des Klimawandels gekoppelt werden. Dazu gehörten etwa Deiche und Entwässerungssysteme, um besser mit Überflutungen umgehen zu können. Diese Maßnahmen würden aber irgendwann an ihre Grenze stoßen, wenn die Erderwärmung nicht gestoppt werde.

Wie armen Ländern geholfen werden kann, ist eines der heikelsten Themen beim Weltklimagipfel in Paris, der Ende November beginnt. "Diese Statistiken im Bericht der Weltbank sind schockierend, und ich hoffe, sie zwingen die Staatschefs der Welt, sich aufzusetzen und Notiz zu nehmen", sagte Mohammed Adow von der Hilfsorganisation Christian Aid.