Flüchtlinge ohne Ausbildung haben in der deutschen Industrie nach Einschätzung von IG-Metall-Chef Jörg Hofmann kaum Chancen auf eine Arbeit. "Ich wüsste nicht, wo die Jobs herkommen sollen", sagte Hofmann der ZEIT. Natürlich sei vorstellbar, dass "der polnische Erntehelfer durch einen Flüchtling ersetzt wird". Grundsätzlich sei aber eine Integration durch Ausbildung nötig.

"Darum muss es jetzt gehen", sagte Hofmann. Es sei eine Chance, die Menschen durch sprachliche und fachliche Ausbildung zu gewinnen. Erst dann entstünden nachhaltige Chancen auf dem Arbeitsmarkt. 

Damit positioniert sich Hofmann anders als weite Teile der deutschen Wirtschaft. Im Verlauf der Flüchtlingskrise hatten zahlreiche Unternehmen und Verbände unter anderem mit Blick auf den Fachkräftemangel erklärt, Deutschland werde von dem Zuzug mittelfristig profitieren.

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 47 vom 19.11.2015.

Das beste Mittel, um Ressentiments abzubauen, sei den Menschen Gelegenheit zu geben, dass sie zusammen kommen, sagte Hofmann weiter. Dazu könne die IG Metall durch ihre fast 130.000 Vertrauensleute und Betriebsräte einen Beitrag leisten. "Wir haben Geld in die Hand genommen, um unseren Kollegen in den Kommunen zu helfen, Flüchtlingshilfe zu organisieren, Sprachkurse etwa, Initiativen für Praktika und Ausbildung zu ergreifen."