Die chinesische Währung Yuan wird neben Dollar, Pfund, Yen und Euro zur fünften Weltreservewährung. Das hat der Internationale Währungsfonds (IWF) beschlossen, die Entscheidung wird zum Oktober 2016 wirksam. IWF-Chefin Christine Lagarde sprach von einem "Meilenstein der Integration der chinesischen Wirtschaft in das globale Finanzsystem".

China, mittlerweile die zweitgrößte Volkswirtschaft nach den USA, bemüht sich seit Jahren um die Aufnahme in den Kreis der wichtigen Weltwährungen. Hindernis war bisher, dass der Yuan nicht wie die anderen Währungen frei an den Weltmärkten gehandelt werden konnte. 

Inzwischen hat die chinesische Regierung aber Schritte dahingehend unternommen. Lagarde attestierte den chinesischen Behörden Fortschritte bei der Reform des Geld- und Finanzsystems. Sie sagte, dass diese Anstrengungen dazu beitragen werden, das internationale Finanzsystem widerstandsfähiger zu machen.

Bisher ist die Rolle des Yuan im globalen Handel nicht sehr groß. Zwar liegt die Währung nach US-Dollar, Euro und britischem Pfund auf Rang vier der wichtigsten Währungen. Der Anteil des Yuan am weltweiten Zahlungsverkehr betrug zuletzt aber weniger als drei Prozent. Der US-Dollar macht dagegen 45 Prozent der weltweiten Transaktionen aus.

Der IWF-Währungskorb bildet, entsprechend einer bestimmten Gewichtung, eine Art Kunstwährung, die sogenannten Sonderziehungsrechte (SZR). Die SZR werden an keiner Börse gehandelt, sind aber die Basis beispielsweise für internationale Finanzhilfen.

Einige Experten erwarten, dass die Aufnahme des Yuan langfristig eine Wende und damit das Ende der Dominanz des US-Dollar einläutet. Schätzungen zufolge könnten rund eine Billion Yuan, das sind rund 147 Milliarden Euro, in den chinesischen Anleihemarkt fließen, sobald der Yuan im Währungskorb des IWF landet. Manche Ökonomen erwarten, dass damit in der Zukunft die Nachfrage nach Yuan weltweit um mehr als 567 Milliarden Euro steigen wird.

Politische Beobachter befürchten nun, dass die chinesischen Reformbemühungen um eine Öffnung der Landeswährung nach diesem Prestigeerfolg erlahmen. Als abschreckendes Beispiel dient die Aufnahme Chinas in die WTO im Jahr 2001. Damals hatten Reformen im Staatssektor plötzlich keine Priorität mehr, nachdem die Mitgliedschaft gesichert war.