Die gesetzlichen Kassen haben zum Jahreswechsel Beitragserhöhungen auf breiter Front angekündigt. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Wirtschaft hat sich in der Diskussion um steigende Krankenkassenbeiträge für die Versicherten gegen eine Beteiligung an den Mehrkosten ausgesprochen – und stellt im Gegenzug die Finanzierung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall infrage. "Wenn die Politik die paritätische Finanzierung wieder einführen und den Arbeitgeberbeitrag erhöhen will, müssten wir auch über die paritätische Finanzierung der Lohnfortzahlung reden", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der Rheinischen Post

"Es wird immer außer Acht gelassen, dass die Arbeitgeber die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für die ersten sechs Wochen ganz alleine übernehmen." Insgesamt gehe es dabei um 51 Milliarden Euro pro Jahr. "Das ist ein Vielfaches von dem, was die Arbeitnehmer insgesamt für Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung aufbringen müssen", sagte der DIHK-Präsident.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben zum Jahreswechsel Beitragserhöhungen angekündigt. Unter den großen Versicherungen steigt der Beitragssatz bei der DAK-Gesundheit am stärksten. Die drittgrößte Kasse verlangt ab Januar 16,1 Prozent vom Bruttoeinkommen – 0,6 Prozentpunkte mehr als 2015. Diese Erhöhungen müssen die Versicherten über den Zusatzbeitrag alleine bezahlen, der Anteil der Arbeitgeber wurde 2010 gedeckelt.

Unter anderem aus der SPD kommt die Forderung, den Beitrag wieder paritätisch, also je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanzieren zu lassen. Grund der erneuten Diskussion ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen vom 1. Januar an wieder über einen Teil der Beiträge selbst bestimmen können. Dazu wurde der bisherige allgemeine Beitrag, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte tragen, um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent gesenkt.