Die Zukunft des Samwer-Unternehmens wird sich wohl abseits von Deutschland entscheiden, in Afrika, Asien oder Osteuropa. Dort, auf den hungrigen Märkten der Schwellen- und Entwicklungsländer, will sich Rocket Internet zum globalen Internetkonzern aufschwingen. Auch dieses Vorhaben ist extrem teuer, in vielen Ländern fehlt es an der nötigen Infrastruktur. Denn was bringt es, wenn etwa ein Nigerianer auf dem Land innerhalb von zwei Minuten online eine neue Jacke bestellen kann, sie aber erst nach zwei Wochen bei ihm ist?

"Die für Rocket Internet notwendige Infrastruktur in den Entwicklungsländern aufzubauen, ist sehr, sehr teuer. Es ist nicht abzusehen, ob und wann sich dieses Geschäft jemals rechnen wird", meint Funder. Klar ist jedoch: Gelingt es mithilfe der Investoren, auf diesen Märkten Fuß zu fassen, ist der Weg zu Hunderten Millionen Kunden geebnet.

Trotz aller Kritik: Die Pionierfunktion der Samwers hierzulande dürfe nicht unterschätzt werden, sagt E-Commerce-Experte Große Holtforth. "Rocket Internet ist eines der wenigen führenden und international relevanten Internetunternehmen aus Deutschland." Auch dass Berlin heute eine wichtige Rolle als Start-up-Stadt spielt, liege zu einem guten Teil an den Samwers.

Die Frage ist nur: Wird im kommenden Jahr aus dem führenden Unternehmen auch ein wirtschaftlich erfolgreiches? Denn am Ende geht es bei Rocket Internet vor allem ums Geld. Das weiß Oliver Samwer besser als jeder andere.