Der Rubel ist immer weniger wert: Die russische Währung erreichte ihren tiefsten Stand seit gut einem Jahr. Erstmals seit Anfang Dezember 2014 musste man wieder mehr als 72 Rubel für einen Dollar zahlen. Für einen Euro wurden 79,55 Rubel fällig. 

Der Kursrutsch hängt mit dem niedrigen Ölpreis zusammen. Kurz vor Weihnachten hatte dieser den niedrigsten Stand seit 2004 erreicht. Experten prognostizieren, dass das auch noch eine Weile so bleiben werde: Die Förderung sinkt weltweit nur langsam, es herrscht ein Überangebot an billigem Öl. Russland ist stark auf den Export von Öl und Gas angewiesen.

Für die Wirtschaft des Landes ist das schlecht. Die russische Staatsbank geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes um mehr als zwei Prozent schrumpfen wird, sollte der Ölpreis auf einem derart niedrigen Niveau verharren. Für 2015 rechnen die Ökonomen mit einer Minderung der Wirtschaftsleistung um 3,7 Prozent.

Die russische Wirtschaft leidet auch unter den Sanktionen, die westliche Staaten für Russlands Annexion der Krim verhängt haben. Die EU und die Ukraine betrachten Russlands Verhalten als völkerrechtswidrig. Solange das Minsker Abkommen für den Frieden in der Ukraine nicht umgesetzt ist, gelten daher unter anderem Beschränkungen für die russische Öl- und Gasindustrie. Die EU hatte erst vor gut einer Woche bekannt gegeben, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis zum 31. Juli 2016 zu verlängern.