Die Beschäftigten in Deutschland können im kommenden Jahr nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt mit mehr Geld im Portemonnaie rechnen. "2016 gibt es deutlich mehr netto", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Präsident des Forschungsinstituts RWI der Passauer Neuen Presse .

"Bei den Tariflöhnen erwarten wir ein Plus von 2,5 Prozent oder mehr", sagte Schmidt. "Die Inflation bleibt deutlich niedriger. Deshalb wird es spürbare Reallohnsteigerungen geben." Dem RWI-Präsidenten zufolge werden die verfügbaren Einkommen auch wegen Entlastungen im Einkommensteuertarif wachsen. "Das Kindergeld und der Kinderfreibetrag steigen", sagte Schmidt. "Das sind gute Nachrichten für die Steuerzahler."

Trotz der Herausforderungen durch die Flüchtlingskrise und weltweiter Risiken dürfte sich der Wirtschaftsaufschwung in der Bundesrepublik nach Schmidts Einschätzung fortsetzen. "2016 wird voraussichtlich wieder ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft." Das RWI rechne mit einem Wachstum von 1,7 Prozent im kommenden Jahr und von 1,8 im Jahr 2017, sagte der Präsident des Essener Instituts. Die Arbeitslosenquote werde 2016 voraussichtlich bei 6,4 Prozent bleiben.