Der deutsche Aktienindex Dax hat die Marke von 10.000 Punkten unterschritten. Der Leitindex notierte kurz nach Handelsstart 2,18 Prozent im Minus bei 9.991,69 Punkten. Auch andere Börsen in Europa gerieten unter Druck: In Paris fiel der Leitindex um mehr als drei Prozent, der FTSE 100 in London um zwei Prozent.

Durch die Sorgen um Chinas Wirtschaft hatte der Dax bereits in den vergangenen drei Handelstagen knapp fünf Prozent an Wert eingebüßt. Zuletzt hatte er im Oktober unter 10.000 Punkten gelegen.

Der Dax-Verlust ist eine Folge der Entwicklungen an den Börsen in Asien: Der Aktienhandel in China war das zweite Mal binnen wenigen Tagen gestoppt worden, nachdem der Leitindex CSI 300 erneut um sieben Prozent eingebrochen war. Mit nur 30 Minuten war der abgebrochene Handelstag in Shanghai der kürzeste in der 25-jährigen Geschichte der Aktienmärkte des Landes gewesen.

Auslöser der Entwicklung war die Entscheidung der chinesischen Zentralbank, die Landeswährung Renminbi weiter abzuwerten. Die Finanzaufseher versuchen derzeit, mit verschiedenen geldpolitischen Maßnahmen die schwache Konjunktur im Land zu stärken. Zuletzt legten die Banker den Mittelwert des Yuan zum Dollar auf 6,5646 Yuan fest – eine Abwertung zum Mittwoch um 0,5 Prozent und zugleich eine Schwächung den achten Tag in Folge.

Zu dem starken Fall der Aktienkurse hatte zuletzt auch die Sorge beigetragen, dass Großaktionäre sich im großen Stil von ihren Papieren trennen könnten, wenn am Freitag eine entsprechende Frist abläuft. Die chinesische Börsenaufsicht hatte daraufhin neue Regeln angekündigt: Künftig dürften Großaktionäre nur alle drei Monate maximal ein Prozent der Anteile eines Unternehmens verkaufen. Zudem müsse der Verkauf 15 Handelstage vorher angekündigt werden. Das soll den Aktienmarkt beruhigen.

Chinas Wirtschaft hatte 2015 Schätzungen zufolge um nur noch etwa sieben Prozent zugelegt. Das wäre das geringste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert.

Auch am Aktienmarkt in Japan war es abwärtsgegangen: Der Leitindex Nikkei schloss mit einem Minus von 2,3 Prozent bei 17.767 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 2,3 Prozent.

Auch der Ölpreis fiel weiter: Am Donnerstag erreichte er den tiefsten Stand seit April 2004, ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostete zeitweise unter 33 Dollar – vier Prozent weniger als am Mittwoch. Hier wirkt sich weiterhin das Überangebot des Rohstoffs aus und die Erwartung einer weltweit schwächeren Konjunktur.