Kundin eines Edeka-Supermarkts in Rheinland-Pfalz © dpa/Uwe Anspach

Im Lebensmittelhandel gibt es seit Jahren eine klare Tendenz: Die Unternehmen werden immer größer, die Marktmacht einzelner Konzerne wächst. Mit der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel jetzt genehmigten Fusion von Edeka und Tengelmann setzt sich der Konzentrationsprozess fort.

Den Markt teilen sich inzwischen fünf große Konzerne untereinander auf (siehe Grafik). An der Spitze steht das Unternehmen Edeka, das durch den Zusammenschluss mit Tengelmann nun weiter wächst. Dahinter folgt die Schwarz Gruppe mit den Marken Lidl und Kaufland, auf Platz drei steht Rewe, dann kommen Aldi und der Metro-Konzern vor allem mit seiner Marke Real.   

Für die fortschreitende Konzentration gibt es vielfältige Gründe, erklärt Tomaso Duso, der für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) den Lebensmitteleinzelhandel untersucht. Eine Erklärung: "Die Gewohnheiten der Verbraucher haben sich deutlich verändert", sagt Duso. Es werde verstärkt in größeren Läden eingekauft. "Dies hat dazu geführt, dass wenige Einzelhandelsketten noch größer geworden sind und eine sehr starke Marktposition gewonnen haben." Für kleinere und junge Unternehmen sei es daher fast unmöglich, überhaupt noch neu in den Markt einzutreten.

Hinzu kommt: Je größer ein Handelskonzern, desto besser die Verhandlungsposition bei seinen Lieferanten. "Diese Nachfragemacht führt zu individuellen Preisnachlässen und damit zu einer Verschiebung des Gewinns von den Lieferanten zu den Händlern", sagt Duso. Mitunter kann diese Entwicklung sich auch für die Kunden positiv auswirken, weil die Unternehmen die günstigeren Preise an die Verbraucher weitergeben. "Allerdings reduziert die zunehmende Marktkonzentration auch den Wettbewerb", sagt Duso. Dies könne wiederum zu höheren Preisen, weniger Auswahl und geringerer Qualität für die Verbraucher führen.