François Hollande während seiner Rede vor Wirtschaftsvertretern in Paris © Reuters

Der französische Präsident François Hollande sieht einen "ökonomischen Notstand" in seinem Land – und will diesen mit einer Reihe von Reformen beheben. Im Mittelpunkt steht dabei der Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit im Land, die Hollande nun mit staatlichen Zuschüssen in Milliardenhöhe verringern will. Insgesamt geht es um zwei Milliarden Euro bis 2018, finanziert werden sollen die Maßnahmen laut Hollande "durch Einsparungen", nicht über Steuererhöhungen.

Allein eine Milliarde Euro, sagte der Präsident in seiner Ansprache, werde in die Ausbildung von Arbeitslosen fließen. Der Staat werde daher nun eine Milliarde Euro investieren, um zunächst 500.000 zusätzliche Ausbildungsprogramme anzubieten. Hollande kündigte außerdem einen Zuschuss von 2.000 Euro für jede Einstellung in Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern an, die länger als ein halbes Jahr dauert.

Hollande hatte die Senkung der Arbeitslosigkeit in Frankreich zu einem der wichtigsten Ziele seiner Amtszeit erklärt. Seit seinem Amtsantritt 2012 stieg die Arbeitslosigkeit jedoch weiter unaufhaltsam an und erreichte mittlerweile historische Höchstwerte: Derzeit sind mehr als zehn Prozent der Erwerbstätigen in Frankreich arbeitslos, das entspricht 3,57 Millionen Menschen.

In seiner Rede erklärte der Sozialist das bisherige Wirtschafts- und sozialpolitische Modell des Landes für gescheitert. Das traditionell arbeitnehmerfreundliche Wirtschaftsmodell müsse zu Zeiten der Globalisierung überdacht werden, sagte Hollande, betonte aber zugleich, dass er die 35-Stunden-Woche nicht infrage stellen wird. Auch zusätzliche Notstandsvollmachten lehnte er ab.