Transparency International - Deutschland ist weniger korrupt Dänemark ist weiterhin das am wenigsten korrupte Land der Welt, gefolgt von weiteren skandinavischen Ländern. Deutschland verbessert sich leicht.

Die Maßnahmen gegen Korruption zeigen Wirkung: Transparency International zählt in seinem Jahresbericht mehr Länder, in denen sich die Lage 2015 verbessert hat, als solche, die schlechter als im Vorjahr bewertet wurden. Allerdings geht aus dem jährlichen Korruptionsranking der Organisation auch hervor, dass in zwei Dritteln der 168 untersuchten Länder die Korruption noch immer weit verbreitet ist.

Wie bisher behauptet Dänemark im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) seinen Spitzenplatz als das Land mit der niedrigsten Korruption. Es folgen Finnland und Schweden. Deutschland verbesserte sich vom 12. auf den 10. Platz.

In Europa hat sich laut Transparency die Lage in Ungarn, Spanien, Mazedonien und der Türkei deutlich verschlechtert. Weltweit haben sich im Vergleich zum Vorjahr folgende Staaten verbessert: Tschechien, Ruanda (plus 5 Punkte), die Niederlande, Österreich, Jordanien und Namibia (plus 4), aber auch Griechenland, Großbritannien und der Senegal. Von den Nichteuropäern schaffen es Neuseeland, Singapur und Kanada unter die zehn Besten.

Am Ende der Skala rangieren wie 2014 Nordkorea und Somalia. Nur etwas besser schneiden Afghanistan und der Sudan ab. International verschlechtert hat sich die Bewertung Brasiliens, wo ein Korruptionsskandal um den staatlichen Erdölkonzern Petrobras bekannt wurde. Das südamerikanische Land fiel um 5 Punkte auf Platz 76.

Der Index basiert auf Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen abgeben. Die Skala reicht von 0 Punkten – als sehr korrupt wahrgenommen – bis zu 100 Punkten für völlige Korruptionsfreiheit. Von den 168 untersuchten Ländern erzielten zwei Drittel weniger als 50 Punkte.

Besonders korruptionsanfällig sind laut Transparency häufig Länder mit bewaffneten Konflikten. In Afghanistan zum Beispiel seien Hilfsgelder in Millionenhöhe, die dem Wiederaufbau des Landes dienen sollten, gestohlen worden. Dies untergrabe die Bemühungen um eine Friedenslösung. Auch die Konflikte in Ländern wie dem Irak, Libyen oder dem Sudan verhinderten dort eine Stärkung der staatlichen Institutionen.