Eine Ölpumpe in Kalifornien, USA © Lucy Nicholson/Reuters

In den USA gibt es so viel und so günstiges Öl, dass ein Ankäufer nun Geld verlangt, um Rohöl zu verarbeiten. Der Raffinerienbetreiber Flint Hills Resources teilte mit, er zahle für einen Barrel North Dakota Sour -0.50 US-Dollar. Vor einem Jahr hatte die Firma das hochschwefelhaltige Rohöl noch mit 13,50 US-Dollar gelistet, im Januar 2014 waren es 47,60 US-Dollar.

Später korrigierte das Unternehmen allerdings seine Angaben auf 1,50 Dollar. Man habe versehentlich falsche Angaben gemacht, sagte ein Sprecher. Die Gründe dafür nannte er nicht.

Grund für diese Entscheidung dürfte sein, dass es zu wenig Leitungskapazitäten für bestimmte Arten niederklassigen Rohöls gibt. Diese sind für Raffinerien schwerer zu verarbeiten. Gleichzeitig zeigt es, wie sich der Ölpreis in den USA entwickelt. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate sank am Wochenende auf 28,36 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2013. 

Derzeit werden täglich etwas weniger als 15.000 Barrel von North Dakota Sour gefördert, schreibt die Agentur Bloomberg. Sie zitiert einen Analysten mit den Worten: "Man fördert keine Rohstoffen, die einen negativen Preis haben. Man verschließt die Quelle."

Auch in Europa ist der Preis für Rohöl eingebrochen. Die europäische Rohölsorte Brent kostete am Wochenende 27,70 US-Dollar. Das ist so wenig wie seit November 2003 nicht mehr. Die Preise dürften weiter fallen. Nach dem am Samstag bekannt geworden war, dass der Iran die Auflagen des Atomabkommens erfüllt und künftig von mehreren Sanktionen befreit wird, kündigte die Regierung des Landes an, täglich etwa 500.000 Barrel Rohöl mehr zu exportieren.