Louis Freeh bei einer Anhörung in Washington © Gary Cameron/Reuters

Volkswagen will den früheren FBI-Chef Louis Freeh als Sonderbeauftragten in der Abgasaffäre gewinnen. Der ehemalige Chef der amerikanischen Bundespolizei solle seine Kontakte in den USA nutzen, wo VW wegen der Manipulation von Abgaswerten mit Milliarden-Schadensersatzzahlungen rechnen muss. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung. Ein VW-Sprecher wollte die Meldung nicht kommentieren.

Freeh soll den Kontakt zu den US-Behörden verbessern. Die momentan stark belasteten Beziehungen zu den Umweltbehörden sowie zu Regierung und Parlament in Washington könnten Volkswagen sehr viel Geld kosten. Dem deutschen Autokonzern drohen wegen jahrelang manipulierter Abgaswerte bei fast 600.000 Diesel-Fahrzeugen Strafen und Schadensersatzzahlungen in Milliardenhöhe.

Die Berufung des 66-jährigen Freeh solle am Dienstag in einem Sonderausschuss des Aufsichtsrats besprochen werden, berichtet die Süddeutsche. Das Gremium komme in Wolfsburg zusammen, um sich über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Freeh sei intern bereits vor Wochen als möglicher VW-Sonderermittler in den USA ins Spiel gebracht worden.

2006 hatte Freeh schon einmal einen Autokonzern bei Rechtsproblemen beraten. Der Stuttgarter Autokonzern Daimler hatte damals eine weltweite Schmiergeldaffäre zu bewältigen, auch die US-Behörden ermittelten. Die Strafe für Daimler fiel mit 185 Millionen Dollar vergleichsweise mild aus. Unterstützt wurde er dabei von Christine Hohmann-Dennhardt, die im Daimler-Vorstand für Integrität und Recht zuständig war.

Seit Anfang des Jahres ist die frühere Verfassungsrichterin bei Volkswagen in derselben Funktion tätig. Dem Medienbericht zufolge gilt sie als treibende Kraft hinter der Berufung von Freeh. Demnach soll er aber nicht als Kontrolleur, sondern als Botschafter eingesetzt werden.