Flüchtlinge aus Syrien bei der Arbeit an der Werkbank (Archivbild) © Joerg Koch/Getty Images

Der deutsche Arbeitsmarkt kann nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen. "350.000 Flüchtlinge jährlich sind für den deutschen Arbeitsmarkt rein quantitativ derzeit kein Problem, denn jährlich entstehen rund 700.000 Arbeitsplätze neu", sagte BA-Vorstand Detlef Scheele der Welt. Eine Konkurrenz zu arbeitslosen Deutschen sieht Scheele im Regelfall nicht. "Dafür ist die Gruppe der Migranten zu klein."

Im vergangenen Jahr kamen rund 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland. 350.000 entspricht nach Scheeles Angaben der Zahl der anerkannten Asylbewerber, die in diesem Jahr Ausbildung und Arbeit in Deutschland suchen werden.

"Der Weg an den Arbeitsmarkt ist lang", sagte der BA-Vorstand. "Es wird nicht jeder Arbeit finden, aber viele." Vor allem Flüchtlinge über 40 Jahre hätten schlechtere Chancen. Anders sehe es für junge Menschen aus. "Wenn wir Kinder und Jugendliche schnell in die deutschen Regelschulsysteme bringen, werden sie später einen spürbaren Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten können." Er gehe davon aus, dass zehn Prozent der Flüchtlinge nach einem Jahr eine Arbeit finden können, 50 Prozent nach fünf Jahren und 75 Prozent nach zwölf bis 13 Jahren.

Über die Qualifikationen von Flüchtlingen weiß die BA bislang allerdings kaum etwas. "Wir stehen noch ganz am Anfang der Kompetenzerfassung und arbeiten gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge intensiv am Aufbau eines Berufsentwicklungssystems", sagte Scheele. Ziel sei es, die Qualifikationen von Flüchtlingen schnell mit den Anforderungen am deutschen Arbeitsmarkt abzugleichen.

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