Die deutschen Bundesländer haben im vergangenen Jahr dank der guten Konjunktur insgesamt einen Milliardenüberschuss erzielt. Unter dem Strich habe bei den Ländern Ende Dezember ein Plus von 2,8 Milliarden Euro gestanden, errechnete das Bundesfinanzministerium in seinem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht. Gegenüber dem Jahr 2014 bauten die Länder damit ihren Haushaltsüberschuss um gut 2,1 Milliarden Euro aus. Die Planungen aller Länder hatten eigentlich für 2015 ein Defizit von insgesamt knapp 6,8 Milliarden Euro vorgesehen.

Die Länder profitierten wie der Bund vor allem von den stark gestiegenen Steuereinnahmen, die vom weiter stabilen Arbeitsmarkt beflügelt werden. Der Bund hatte das vergangene Jahr mit einem Überschuss von 12,1 Milliarden Euro beendet.

Dem Ministerium zufolge stiegen die Ausgaben der Länder um 4,1 Prozent und lagen damit um einen Prozentpunkt über den Planungen. Zugleich legten ihre Einnahmen aber um 4,7 Prozent zu. Das waren 3,5 Prozentpunkte mehr als vorgesehen. Allein die Steuereinnahmen der Bundesländer stiegen um 6,2 Prozent.

In seinem Monatsbericht zeigte sich das Ministerium zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft – und damit die Steuereinnahmen – auf Wachstumskurs bleiben. So spreche der Aufwärtstrend bei den Auftragseingängen für eine zunehmende Industrieproduktion in den nächsten Monaten. Außerdem sollten der private und staatliche Konsum vor dem Hintergrund des anhaltenden Beschäftigungsaufbaus und der Herausforderungen der Flüchtlingsmigration weiter steigen. Im Schlussquartal 2015 war das deutsche BIP zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen.