Tankstelle in Salwa an der Grenze von Katar zu Saudi-Arabien © Hamad I Mohammed/Reuters

Die Ölminister von einigen der wichtigsten Förderländer haben sich auf eine Begrenzung der Ölförderung geeinigt. Die Produktion solle auf dem Niveau vom Januar eingefroren werden, sagte Katars Ölminister Mohammad bin Saleh al-Sada nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Russland, Saudi-Arabien und Venezuela. "Wir glauben, dass dieser Schritt den Markt stabilisieren wird." Der saudische Ölminister Ali al-Naimi sagte, in den kommenden Monaten sollten weitere Schritte zur Stabilisierung des Marktes geprüft werden.

Der Ölpreis ist seit Mitte 2014 von damals rund 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) um fast 70 Prozent auf rund 30 Dollar gefallen. Für einige Länder wie Venezuela ist die Förderung zu diesem Preis kaum noch rentabel. Aber auch Russland muss erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen.

Ein Grund für den Preisverfall ist das Überangebot am Markt, dass auch durch das Erschließen schwer zugänglicher Erdölfelder etwa durch Fracking in Nordamerika zustande kommt. Zudem wird erwartet, dass der Iran nach dem Ende der Sanktionen wieder mehr Öl exportiert. Außerdem ist die Nachfrage nach dem Rohstoff verhalten. Hinzu kommen Sorgen um die Konjunktur in China, dem größten Ölverbraucher der Welt.

Saudi-Arabien lehnte Förderkürzungen bislang ab, weil es seine Marktanteile mit einem Preiskampf gegen aufstrebende Ölproduzenten wie Fracking-Firmen in den USA verteidigen will – notfalls eben über große Mengen zu geringen Preisen. Das Königreich gilt als größter Förderer. Aber auch Russland, das kein Opec-Mitglied ist, gehört zu den wichtigsten Produzenten.

Nach Bekanntwerden des Ölminister-Treffens stieg am Dienstag im asiatischen Handel zunächst der Ölpreis um knapp vier Prozent auf über 34 Dollar pro Barrel für die Nordseesorte Brent. Der Preis für die US-Referenzsorte WTI kletterte im Vergleich zum Freitag um 4,42 Prozent auf 30,74 Dollar. Die Ölpreise brachen dann allerdings wieder ein, als das Ergebnis des Treffens bekannt wurde.

Die nun in Katar getroffene Vereinbarung ist davon abhängig, dass sich andere Produzenten ihr anschließen. Danach sieht es im Moment aber nicht aus. Aserbaidschan teilte mit, sich dem nicht anschließen zu wollen. Der Irak hat zuletzt seine Produktion ausgeweitet. Das erwarten Analysten auch vom Iran, das nach dem Ende der Sanktionen wieder frei auf dem Weltmarkt verkaufen kann. Die Befürchtungen Saudi-Arabiens, bei einer Reduzierung der eigenen Fördermenge Marktanteile zu verlieren, erscheint plausibel.

Wegen des massiven Ölpreisverfalls steht einer Studie zufolge etwa ein Drittel der Firmen in der Branche noch in diesem Jahr vor dem Aus. Von den weltweit etwa 500 untersuchten Unternehmen seien ungefähr 175 von einer Insolvenz bedroht, heißt es in einer Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte. Sie seien mit insgesamt mehr als 150 Milliarden Dollar verschuldet und könnten sich wegen fallender Aktienkurse über Kapitalerhöhungen kaum noch frisches Geld beschaffen. "Diese Firmen haben zu lange gewartet, und jetzt sind sie in Gefahr zu sterben", sagte Deloitte-Experte William Snyder. "Es dreht sich alles um Liquidität."

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