Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, will die Zahl der Arbeitslosen trotz des Flüchtlingszuzugs weiter senken oder "zumindest nicht wieder steigen lassen". Voraussetzung sei, dass die Konjunktur gut bleibe, sagte Weise, der auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) leitet, der Funke Mediengruppe.

Weise kündigte an, bei den Unternehmen dafür zu werben, sich für Flüchtlinge zu öffnen. Er wies zudem die Einschätzung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex zurück, im laufenden Jahr würden ähnlich viele Flüchtlinge in die EU kommen wie 2015. "Wir haben die Einflussfaktoren doch gar nicht in der Hand: Wie verhält sich die Türkei? Wie verhält sich Österreich?", sagte der BA-Chef.

In den vergangenen drei Jahren seien etwa 1,2 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, rund 660.000 von ihnen hätten Bleiberecht, rechnete Weise vor. "Das ist eine Größenordnung, mit der wir umgehen können." Er nannte als Ziel, die 370.000 Asylanträge, die gestellt und noch nicht bearbeitet seien, in diesem Jahr abzuarbeiten.

Außerdem müsse es gelingen, "die 300.000 bis 400.000 Menschen zu erfassen, die im Land sind, ohne dass sie erfasst sind oder einen Antrag stellen konnten". Drittens wolle das Bamf sämtliche Anträge der neu Ankommenden bearbeiten. Weise: "Wir haben uns vorgenommen, weit über eine Million Verfahren in diesem Jahr zum Abschluss zu bringen."