Die Gewerkschaften fordern für die mehr als zwei Millionen Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ein Einkommensplus von sechs Prozent. Zudem solle die Ausbildungsvergütung um 80 Euro pro Monat steigen, verlangte ver.di-Chef Frank Bsirske nach einer Sitzung der Tarifkommission.

Die kommunalen Arbeitgeber hatten ver.di und den Beamtenbund (dbb) im Vorfeld vor überzogenen Forderungen gewarnt und auf die angespannte Lage der Städte und Gemeinden infolge der Flüchtlingskrise verwiesen.

"Die Mitarbeiter machen unter dem Druck der vielen Schutzsuchenden in Deutschland einen verdammt guten Job", entgegnete dbb-Vizechef Willi Russ. "Sie haben nun Anspruch auf einen ordentlichen Schluck aus der Pulle beim Gehalt." Auch will er vor allem jungen Beschäftigten zu mehr Perspektive verhelfen. "Junge Leute dürfen außerdem nicht mit Befristungen abgespeist werden", sagte Russ. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung liegt der Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse bei den Arbeitnehmern im öffentlichen Dienst oberhalb von 15 Prozent.

Die Verhandlungen sollen Mitte März in Potsdam beginnen. Die vorige Tarifrunde hatte den Beschäftigten 2014 ein Plus von drei Prozent gebracht.