"Genug Geier" steht auf einem Plakat in Buenos Aires. © ALEJANDRO PAGNI/AFP/Getty Images

Argentinien hat im Streit mit US-Hedgefonds um alte Anleihenschulden offenbar einen Kompromiss gefunden. "Die seit 15 Jahren andauernde Auseinandersetzung zwischen Argentinien und Elliott Management [...] ist nun auf gutem Wege, gelöst zu werden", teilte der vom zuständigen Gericht bestellte Vermittler Daniel Pollack mit. Die Parteien hätten in der vergangenen Nacht eine grundsätzliche Einigung unterzeichnet. Das argentinische Parlament muss ihr noch zustimmen.

Das Abkommen sehe einen Vergleich von 4,65 Milliarden Dollar (4,25 Mrd. Euro) vor, mit dem Argentinien sämtliche Streitigkeiten beilege. Das entspreche etwa 75 Prozent der ursprünglich geforderten Summe. In dem Konflikt geht es um Schulden aus der Staatspleite von Ende 2001, auf deren Rückzahlung eine Gruppe von Gläubigern, angeführt von dem zum Elliott-Finanzkonzern des US-Milliardärs Paul Singer gehörenden New Yorker Hedgefonds NML Capital, geklagt hatte.

Die beiden Fonds hatten nach der Staatspleite Ende 2001 argentinische Schuldscheine billig aufgekauft und verlangten den Nennwert der Staatsanleihen. Der US-Bundesrichter Thomas Griesa entschied später, dass Argentinien erst den beiden Hedgefonds 1,3 Milliarden Dollar auszahlen müsse, ehe es die Forderungen weiterer privater Gläubiger begleichen darf.

Die damalige linke Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner verweigerte die Zahlung der Summe. Anders als die klagenden US-Hedgefonds hatten mehr als 90 Prozent der Gläubiger Argentiniens in den Jahren 2005 und 2010 einem Schuldenschnitt zugestimmt und auf bis zu 70 Prozent des Gelds verzichtet. Inzwischen ist in Argentinien eine konservative Regierung unter Staatschef Mauricio Macri an der Macht. Sie lenkte in dem Schuldenstreit ein.