EU-Flaggen vor der EZB-Zentrale in Frankfurt am Main © Daniel Roland/AFP/Getty Images

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins erstmals auf null Prozent gesenkt. Das teilte die Notenbank in Frankfurt mit. Zuvor hatte der Leitzins seit September 2014 auf dem bisherigen Rekordtief von 0,05 Prozent gelegen.

Der Strafzins für Geschäftsbanken wurde zudem nochmals verschärft. Der sogenannte Einlagensatz werde auf minus 0,4 Prozent von bislang minus 0,3 Prozent herabgesetzt. Damit wird es für die Institute noch teurer, wenn sie überschüssige Gelder über Nacht bei der Notenbank parken.

Den dritten Leitzins, zu dem Geschäftsbanken kurzfristig und unbegrenzt Geld aufnehmen können, setzte die EZB von 0,3 Prozent auf 0,25 Prozent herab. Außerdem werden die umstrittenen Anleihenkäufe auf monatlich 80 (bisher 60) Milliarden Euro aufgestockt. 

Mit dem Programm will die EZB die Wirtschaft ankurbeln und für mehr Inflation sorgen. Denn im Februar waren die Preise in der Euro-Zone um 0,2 Prozent gesunken. Die EZB peilt aber mittelfristig eine Teuerung von knapp zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an.

Der EZB-Rat setzt sich aus Mario Draghi, seinem Vize Vítor Constâncio, den vier EZB-Direktoren und den Notenbankchefs der 19 Euro-Länder zusammen. Wegen des Rotationsprinzips war Bundesbankpräsident Jens Weidmann dieses Mal nicht stimmberechtigt.

Geldpolitik - Kurz erklärt: Was ist der Leitzins?