Die Gewerkschaften fordern mehr Lohn für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. © Ralf Hirschberger/dpa

Die Tarifvorstellungen der Gewerkschaften für den Öffentlichen Dienst überfordern aus Sicht des Deutschen Städte- und Gemeindebundes die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen. Der Passauer Neuen Presse sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg: "Diese Forderungen der Gewerkschaft für die Tarifrunde sind für uns nicht darstellbar. Das überfordert die finanziellen Möglichkeiten der Städte und Gemeinden deutlich."

Die Gewerkschaft ver.di und der Beamtenbund dbb fordern sechs Prozent mehr Lohn für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Die Tarifrunde beginnt an diesem Montagnachmittag in Potsdam.

Eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent würde die Kommunen nach Angaben Landsbergs mit jährlich 5,6 Milliarden Euro belasten. Wenn es wirklich zu einem solchen Abschluss kommen würde, müssten Städte und Gemeinden an anderen Stellen kräftig streichen.

Öffentlicher Dienst - Beschäftigte fordern sechs Prozent mehr Lohn Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält die Forderungen der Gewerkschaften für überzogen. Ver.di-Chef Frank Bsirske verteidigt angesichts der Mehrarbeit durch die Flüchtlingskrise die Forderungen der Arbeitnehmer.

Landsberg: Folgen würden auch Beschäftigte treffen

Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Landsberg: "Unverhältnismäßige Mehrkosten müssten die Kommunen durch die weitere Streichung freiwilliger Leistungen, höhere Gebühren und Steuern ausgleichen." Die Folgen einer zu starken Tariferhöhung würden aber auch die Beschäftigten treffen, warnte Landsberg. Denn damit würden "die Bemühungen der Kommunen konterkariert, zum Abbau der Arbeitsverdichtung Personal neu einzustellen".

Auch der Deutsche Städtetag zeigte sich alarmiert. Zwar sei der Wunsch der Beschäftigten nach Beteiligung an der wirtschaftlichen Entwicklung verständlich. "Aber wie man von null Prozent Inflation zu sechs Prozent Gehaltsforderung kommt, das erschließt sich nicht von selbst", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy.

Der Beamtenbund dbb forderte die Arbeitgeber des Bundes und der Kommunen auf, die großen Anstrengungen der Beschäftigten für die Geflüchteten besser zu honorieren. "Die Versorgung der Flüchtlinge war ein Kraftakt", sagte dbb-Vize Willi Russ der Nachrichtenagentur dpa. Russ sagte, die Beschäftigten hätten bis zum Umfallen gearbeitet. "Jetzt ist Zahltag."