Die Landschaft in den Appalachen ist gezeichnet vom Steinkohlenbergbau. (Archivbild) © Mario Tama/Getty Images

Der deutsche Stromversorger RWE beteiligt sich an einer besonders zerstörerischen Form des Kohlebergbaus: dem Mountaintop Removal Mining (MTR). Bei diesem Verfahren sprengen Minenbetreiber in den Appalachen, der Gebirgskette im Osten der USA, ganze Bergkuppen, um an darunter liegende Kohleflöze zu gelangen. Den Abraum kippen sie oft in nahegelegene Täler und nehmen in Kauf, dass die Natur mit Giftstoffen verseucht wird. Der Essener Energiekonzern RWE ist nach Informationen der ZEIT über eine Tochterfirma Miteigentümer der Blackhawk Mining LLC, dem größten Produzenten von Mountaintop-Removal-Kohle der USA.

"Das Risiko schwerer Erkrankungen wächst erheblich, wenn man in der Nähe von MTR-Minen wohnt", sagt Michael Hendryx, Professor für Gesundheitswissenschaft an der Indiana University. Zudem steige in der Nachbarschaft von MTR-Minen die Wahrscheinlichkeit von Geburtsschäden bei ungeborenen Kindern sowie das Risiko für Herz- und Magen-Darm-Krankheiten, so der US-Gesundheitswissenschaftler weiter.

"Wir wissen nicht, ob wir MTR-Kohle beziehen oder nicht", erklärt ein RWE-Unternehmenssprecher auf Nachfrage: "Bildlich gesprochen, fährt ein Kohlezug an den Appalachen entlang und sammelt an verschiedenen Stellen Kohle ein. Diese wird vermischt und auf das Schiff gekippt. Man sieht es der Kohle nicht an, woher sie kommt."