Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Meinigen hat gegen den Düngemittel- und Salzhersteller K+S Anklage wegen des  Verdachts auf Gewässerverunreinigung und unerlaubten Umgang mit Abfällen erhoben. Die Anklage richte sich gegen 14 Mitarbeiter des Konzerns, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Darunter seien unter anderem auch der derzeitige K+S-Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner und der Aufsichtsratsvorsitzende des Dax-Konzerns, Ralf Bethke. Auch zwei derzeitige und ein ehemalige Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes sind demnach angeklagt.

Hintergrund der Anklage ist eine Strafanzeige der thüringischen Gemeinde Gerstungen aus dem Jahr 2008. Demnach besteht der Verdacht, dass K+S von 1999 bis 2007 illegal 9,5 Millionen Kubikmeter Salzabwasser in den Erdboden gepumpt haben soll. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wurde dadurch auch das Trinkwasser der Gemeinde verunreinigt.

Zwischen den Vertretern von K+S und den Behördenvertretern müsse "ein zumindest stillschweigendes Einverständnis" darüber bestanden haben, dass die Genehmigungen rechtlich nicht zu vertreten gewesen seien, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die durch das rechtswidrige Vorgehen erzielten Gewinne müsse K+S zurückerstatten. Das Magazin Wirtschaftswoche hatte kürzlich berichtet, dass es sich dabei um 325 Millionen Euro handeln solle. Die Staatsanwaltschaft machte dazu keine Angaben.

K+S hatte sich am Donnerstag gegen die Vorwürfe gewehrt: Die Prüfung einer externen Kanzlei im Auftrag von K+S haben ergeben, dass keine Anhaltspunkte für strafbares Verhalten vorlägen, hatte der Konzern mitgeteilt. K+S sei unverändert der Überzeugung, dass die Versenkung dort rechtmäßig gewesen sei.

Ob es zu einem Verfahren gegen den Konzern kommt, ist noch offen. Die Entscheidung darüber hat das Landgericht Meinigen.