Wassersparen ist eine Lieblingsdisziplin der Deutschen. Trotzdem machen der wasserregulierende Duschkopf, eine Waschmaschine mit automatischem Wasserstopp oder der Verzicht auf einen grünen Rasen im Sommer die Deutschen noch nicht zu echten Wassersparern.

Die Umweltorganisation WWF erinnert zum Weltwassertag an diesem Dienstag daran, dass der direkte Verbrauch nur einen kleinen Anteil des gesamten Wasserkonsums ausmacht. Zwar liegt der tägliche Verbrauch pro Kopf in Deutschland bei nur noch etwa 120 Litern. Dafür umfasst der Wasserfußabdruck eines Durchschnittsbürgers nach Berechnungen des WWF 5.288 Liter am Tag, was etwa 25 vollen Badewannen entspricht.

Der Wasserfußabdruck beinhaltet neben dem direkten Verbrauch auch das sogenannte virtuelle Wasser. Darunter versteht die Organisation Water Footprint Network alle Wassermengen, die bei der Herstellung von Lebensmitteln und Industriegütern verbraucht werden, also in den Endprodukten, die wir konsumieren, enthalten sind.

Die Berechnungen exakter Zahlen ist kompliziert und können durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Je nachdem wo und unter welchen Bedingungen das Produkt gefertigt wird, kann der Wasserverbrauch stark variieren. Das erklärt, weshalb das Umweltbundesamt lediglich 3.900 Liter als Wasserfußabdruck des durchschnittlichen Deutschen angibt, etwa 1.000 Liter weniger als der WWF. Dieser berechnet seine Zahlen aufgrund der weltweiten Durchschnittswerte, die aus den Studien des Water Footprint Networks hervorgehen. Diese Grunddaten nutzt der WWF, um den virtuellen Wassergehalt weit verbreiteter Produkte darzustellen.

Zum Beispiel den Wassergehalt eines Hamburgers mit den typischen Zutaten Fleisch, Salat, Käse und verschiedene Soßen (siehe Grafik). Dabei ist zu beachten, dass der Verbrauch eines Burgers, der nur mit regionalen Produkten zubereitet wird, stark von den 2.453 Litern des WWF-Durchschnittsburgers abweichen kann.


Wie kommt das Wasser in den Burger?

Rindfleisch, die Hauptkomponente eines jeden Hamburgers, ist dabei ein besonders verschwenderisches Nahrungsmittel. Im weltweiten Durchschnitt benötigt die Produktion eines Kilos 15.415 Liter Wasser. Am meisten davon entfällt auf den Anbau von Futtermitteln wie Soja und Mais, nämlich 15.300 Liter. Bei nur einer Mahlzeit verspeist der Burger-Fan so fast die Hälfte seines durchschnittlichen Tagesverbrauchs. Aber Fleischliebhaber können den eigenen Fußabdruck auch ohne Verzicht auf den Burger-Genuss reduzieren. Während nämlich ein Kilo Rindfleisch aus Brasilien einen Abdruck von 19.488 Litern hinterlässt, fällt ein Kilo aus Österreich nur mit 8.300 Litern ins Gewicht.