Die junge Generation, die sogenannte Generation Y, investiert wenig in die eigene Altersvorsorge, obwohl sie sich der Lücken des Rentensystems bewusst ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von TNS Infratest Sozialforschung und der Hertie School of Governance im Auftrag des Versorgungswerks MetallRente.

Demnach sparen 35 Prozent regelmäßig fürs Alter, drei Prozent weniger als bei der ersten Umfrage vor sechs Jahren. Aus Sicht der Forscher braucht es vor diesem Hintergrund ein Umlenken der Politik, um die junge Generation vor Altersarmut zu schützen. Mit Generation Y sind die zwischen 1980 bis 1999 Geborenen gemeint.

"Auch 15 Jahre nach der Rentenreform hat sich noch keine Kultur zusätzlicher Vorsorge in Deutschland entwickelt. Die Tendenz geht bei der jungen Generation sogar in die entgegengesetzte Richtung", sagte der Studienmitherausgeber und Wissenschaftler Christian Traxler. Viele fühlten sich angesichts der langen Vorplanung überfordert und verstünden die verschiedenen Vorsorgeangebote nicht. Auch sei in den Jahren nach und rund um das Studium wenig Geld vorhanden, das bereits angelegt werden könne.

Zugleich erklärte der Jugendforscher und Studienleiter Klaus Hurrelmann, dass die positiven Erwartungen der Jugend an die eigene Zukunft gestiegen seien. Knapp drei Viertel gehen demnach von einer guten persönlichen Entwicklung aus. Auch die Entwicklung Deutschlands beurteile die Generation Y zunehmend positiv.

Beim Sparen interessiere die junge Generation aber mehr die Gegenwart, etwa der kommende Urlaub, die Ausbildung oder das Studium. Vor allem bei Frauen sei die Bereitschaft für das Alter zu sparen gesunken von 57 Prozent vor sechs Jahren auf aktuell 49 Prozent.

Mehrheit kalkuliert mit spätem Renteneintrittsalter

Die Mehrheit ist laut Studie der Meinung, dass sie sowieso noch weit über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten muss. Dennoch könne es so nicht weitergehen. "Denn selbst, wenn jemand vorbildlich in alle drei Säulen der Altersvorsorge einzahlt, kann er am Ende nicht mit einer zufriedenstellenden Ergebnis rechnen", so Hurrelmann. Der jungen Generation drohe dann die Altersarmut.

Dabei befürworten knapp zwei Drittel (65 Prozent) automatische Sparregelungen etwa bei Berufsbeginn. Wenn eine solche Sparregel mit einer Ausstiegsoption kombiniert wird und es noch Zuschüsse gibt, sind 89 Prozent dafür. Wissenschaftler Traxler überrascht dieses Ergebnis. "Es scheint so, als wünschen sich Jugendliche einen Automatismus, der ihnen eigenständige Entscheidungen zumindest teilweise abnimmt", sagte der Ökonom.

Die große Mehrheit (91 Prozent) wünscht sich zudem ab Eintritt ins Berufsleben jährliche Informationen zu den eigenen Rentenansprüchen. Diese müssten aber auch für den Laien verständlich sein.

Für die Untersuchung hat TNS Infratest Sozialforschung 2.500 junge Menschen zwischen 17 und 27 Jahren zu ihren Vorstellungen für die persönliche Zukunft und über ihre Einstellungen und Strategien zur Altersvorsorge befragt.