Die Deutsche Bank ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Kontext systemischer Risiken in der Finanzwirtschaft das weltweit gefährlichste Geldinstitut. "Unter den global tätigen Banken mit systemischer Bedeutung (G-SIBs) scheint die Deutsche Bank am stärksten zu systemischen Risiken beizutragen", heißt es in einer Einschätzung des IWF (PDF). Gefolgt werde die Bank von der britischen HSBC und der schweizerischen Credit Suisse.

Auf dieser Grundlage identifiziert der IWF für Deutschland das weltweit höchste sogenannte Übertragungsrisiko im Falle einer Finanzkrise. Gemeint ist damit die Nettosumme der Kapitalverluste, die die Banken eines Landes im Falle einer Krise denen eines anderen Landes zufügen könnten. Dies mache deutlich, dass eine intensive, grenzüberschreitende Überwachung der Risiken notwendig sei, heißt es in dem Bericht.

Auch in den USA wird der Deutschen Bank kein gutes Zeugnis ausgestellt. Im Stresstest der US-Notenbank Fed fiel die Niederlassung der Bank erneut durch. Bei der Prüfung wurde getestet, ob die systemrelevanten Geldinstitute des Landes über genügend Kapital verfügen, um in einer schweren Wirtschaftskrise zu bestehen.

Den ersten Teil des Stresstests hatten noch alle 33 untersuchten Banken in den USA bestanden, wie die Fed vorige Woche bekannt gegeben hatte. Bei der im zweiten Schritt erfolgten qualitativen Prüfung kam die Fed zu dem Ergebnis, dass die Deutsche Bank und Santander bei der Rückzahlung von Kapital an Anteilseigner nicht mit realistischen Voraussetzungen geplant haben.